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	<title>Extra:Dem Dichter: Ein Grab in den LüftenSeinem Lied : Ein Grab in der ErdeZum 140. Geburtstag des jüdischen Dichters und Dramatikers Jizchak Katzenelson</title>
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	<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Als Jizchak Katzenelson am 21. Juli 1886 geboren wurde, gehörte die Kleinstadt Karelicz im Gouvernement Minsk zum russischen Kaiserreich, heute zu Belarus. Schon sein Vater war ein hebräischer Schriftsteller, der mit der Familie ein Jahr später ins polnische Lodz zog. Er selbst begann schon mit 13 Jahren Lieder zu schreiben. Er hat Theaterstücke und Gedichte verfasst, übrigens auch das „Buch der Lieder“ von Heinrich Heine ins Hebräische übersetzt. In Warschau gründete er das hebräische Theater und organsierte die jiddische Kulturarbeit.</p>



<p>Als die deutsche Wehrmacht 1939 Polen überfiel zog Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau, wo sie im Ghetto strandeten. Seine Frau und zwei seiner Söhne wurden nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Er selbst war aktiv am Aufstand des Warschauer Ghettos beteiligt und konnte Dank gefälschter Papiere zunächst aus dem Ghetto entkommen, wurde bald darauf aber von der Wehrmacht in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen deportiert. </p>



<p>In Vittel schrieb er auch sein wichtigstes Werk: „Dos Lied vunem ojsgehargetn jidischn Volk“ Dieser „Grosse Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“ umfasst 15 Gesänge in 225 langzeiligen Strophen. Es ist die die bekannteste Dichtung der Shoah. Die auf wundersame Weise gerettet und überliefert wurde. Jizchak Katzenelson hatte das Manuskript in Flaschen verpackt und unter einem Baum vergraben.</p>



<p>Jizchak Katzenelson wurde im Mai 1944 in Auschwitz vergast. Das Manuskript wurde nach der Befreiung des Lagers gefunden, bereits im Jahr darauf im jiddischen Original veröffentlicht und seitdem in viele Sprachen übersetzt.</p>





<p>1994 erschien im Verlag Hoffmann und Campe Wolf Biermanns Übertragung mit dem Faksimile von Katzenelsons Handschrift sowie ausführliche Beträge zu historischem Kontext und Entstehung und Übersetzung.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Als Jizchak Katzenelson am 21. Juli 1886 geboren wurde, gehörte die Kleinstadt Karelicz im Gouvernement Minsk zum russischen Kaiserreich, heute zu Belarus. Schon sein Vater war ein hebräischer Schriftsteller, der mit der Familie ein Jahr später ins polni]]></itunes:subtitle>
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<p>Als die deutsche Wehrmacht 1939 Polen überfiel zog Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau, wo sie im Ghetto strandeten. Seine Frau und zwei seiner Söhne wurden nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Er selbst war aktiv am Aufstand des Warschauer Ghettos beteiligt und konnte Dank gefälschter Papiere zunächst aus dem Ghetto entkommen, wurde bald darauf aber von der Wehrmacht in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen deportiert. </p>



<p>In Vittel schrieb er auch sein wichtigstes Werk: „Dos Lied vunem ojsgehargetn jidischn Volk“ Dieser „Grosse Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“ umfasst 15 Gesänge in 225 langzeiligen Strophen. Es ist die die bekannteste Dichtung der Shoah. Die auf wundersame Weise gerettet und überliefert wurde. Jizchak Katzenelson hatte das Manuskript in Flaschen verpackt und unter einem Baum vergraben.</p>



<p>Jizchak Katzenelson wurde im Mai 1944 in Auschwitz vergast. Das Manuskript wurde nach der Befreiung des Lagers gefunden, bereits im Jahr darauf im jiddischen Original veröffentlicht und seitdem in viele Sprachen übersetzt.</p>





<p>1994 erschien im Verlag Hoffmann und Campe Wolf Biermanns Übertragung mit dem Faksimile von Katzenelsons Handschrift sowie ausführliche Beträge zu historischem Kontext und Entstehung und Übersetzung.</p>]]></content:encoded>
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Als die deutsche Wehrmacht 1939 Polen überfiel zog Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau, wo sie im Ghetto strandeten. Seine Frau und zwei seiner Söhne wurden nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Er selbst war aktiv am Aufstand des Warschauer Ghettos beteiligt und konnte Dank gefälschter Papiere zunächst aus dem Ghetto entkommen, wurde bald darauf aber von der Wehrmacht in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen deportiert. 



In Vittel schrieb er auch sein wichtigstes Werk: „Dos Lied vunem ojsgehargetn jidischn Volk“ Dieser „Grosse Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk“ umfasst 15 Gesänge in 225 langzeiligen Strophen. Es ist die die bekannteste Dichtung der Shoah. Die auf wundersame Weise gerettet und überliefert wurde. Jizchak Katzenelson hatte das Manuskript in Flaschen verpackt und unter einem Baum vergraben.



Jizchak Katzenelson wurde im Mai 1944 in Auschwitz vergast. Das Manuskript wurde nach der Befreiung des Lagers gefunden, bereits im Jahr darauf im jiddischen Original veröffentlicht und seitdem in viele Sprachen übersetzt.





1994 erschien im Verlag Hoffmann und Campe Wolf Biermanns Übertragung mit dem Faksimile von Katzenelsons Handschrift sowie ausführliche Beträge zu historischem Kontext und Entstehung und Übersetzung.]]></itunes:summary>
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Als die deutsche Wehrmacht 1939 Polen überfiel zog Katzenelson mit seiner Familie nach Warschau, wo sie im Ghetto strandeten. Seine Frau und zwei seiner Söhne wurden nach Treblinka deportiert und dort ermordet. Er selbst war aktiv am Aufstand des Warschauer Ghettos beteiligt und konnte Dank gefälschter Papiere zunächst aus dem Ghetto entkommen, wurde bald darauf aber von der Wehrmacht in ein Sonder-KZ nach Vittel am Rande der Vogesen deportiert. 


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	<title>Extra: Haute Cuisine am Tiefpunkt in luftiger Höhe &#8211;Richard Pietraß zum 80. Geburtstag</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-haute-cuisine-am-tiefpunkt-in-luftiger-hoehe-richard-pietrass-zum-80-geburtstag/</link>
	<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Wenn er schweigt sieht er aus wie ein gemütlicher Brummbär. Macht er den Mund auf sprudelt er wie ein Wildbach aus Quecksilber.
Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.</p>



<p>Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abitur machte er eine Facharbeiterlehre als Metallhüttenwerker, war Hilfspfleger und leistete seinen Wehrdienst in der DDR. 1968 bis 1975 studierte er Klinische Psychologie an der Humboldt Universität in Berlin.
Danach war er Lyriklektor im Verlag Neues Leben, Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“ und Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ bis man ihn zwangsweise entließ.</p>



<p>Seit 1976 ist Richard Pietraß freier Schriftsteller. Fast 40 Titel umfasst die Liste seiner Publikationen. Die meisten davon sind Gedichte.</p>



<p>Er wurde u. a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis und dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.
Und er fuhr oft zu seiner Liebsten in Paris, mit der er auf den Eiffelturm essen gehen wollte.
Davon erzählt das folgende Gedicht.</p>



<h4>Richard Pietraß</h4>





<p><strong>Curriculum Vitae</strong></p>



<p>- Geboren am 11. Juni 1946 in Lichtenstein (Sachsen)
- 1965 Abitur und Facharbeiterbrief als Metallhüttenwerker – Hilfspfleger – Wehrdienst
- 1968-75 Studium der Klinischen Psychologie und Forschungsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
- 1975-79 Lyriklektor im Verlag Neues Leben, zugleich Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“
- 1977-79 Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“
- 1978/79 Ablösung der Redaktion und erzwungenes Ausscheiden – seither freier Schriftsteller
- 1989 Wahl ins P.E.N.-Zentrum (DDR)
- 2000 Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste
- 2019 Wahl in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung</p>



<p><strong>Auszeichnungen</strong></p>



<p>- Ehrengabe der Schiller-Stiftung (1992)
- Literaturpreis der deutschen Wirtschaft(1994)
- Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt (1999)
- Erwin-Strittmatter-Preis (2004)
- ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg (2009)</p>



<p><strong>Eigene Schriften:</strong></p>



<p>- Poesiealbum 82. Gedichte. Berlin 1974
- Notausgang. Gedichte. Berlin und Weimar 1980
- Freiheitsmuseum. Gedichte. Berlin und Weimar 1982
- Spielball. Gedichte. Berlin und Weimar 1987
- Was mir zum Glück fehlt. Ausgewählte Gedichte. Frankfurt/M. 1989
- Ostkreuz. Prosa. Mit Radierungen von Ursula Strozinsky. Berlin 1990
- Frau Naseweis. Kinderbuch. Berlin 1990
- Weltkind. Ausgewählte Gedichte. Leipzig 1990
- Letzte Gestalt. Gedichte. Warmbronn 1994
- Randlage. Gedichte. Warmbronn 1996
- Grenzfriedhof. Gedichte. Mit Lithografien von Liz Mields-Kratochwil. Berlin 1998
- Kolonnenweg. Ausgewählte Gedichte. Aschersleben 2000
- Die Gewichte. Hundert Gedichte. Ebenhausen 2001
- Schattenwirtschaft. Gedichte. Leipzig 2002
- Totentänze. Gedichte. Mit Holzschnitten von Karl Georg Hirsch. Leipzig 2002
- Vorhimmel. Liebesgedichte. Mit Zeichnungen von Nuria Quevedo. Blieskastel 2003
- Freigang. Gedichte. Leipzig 2006
- Wiegeschritt. Gedichte. Mit Radierungen von Hanif Lehmann. Leipzig 2006
- Die Aussicht auf das Wort. Zum sechzigsten Geburtstag von den Freunden aus seinen Büchern zusammengetragen und herausgegeben. Warmbronn 2006
- Wendekreis. Haikus. Privatdruck Mildenfurth/Warmbronn 2007
- Mit einem Bein in Liechtenstein. Ein Tagebuch. Triesen/Leipzig 2007
- Leuchtspur. Schreyahner Schnuppen. Bergen/Holland 2008
- Binzer Schatzbrief. Liebesgedichte. Mit Siebdrucken von Wolfgang Leber. Binz 2008
- Traumsaum. Aufwachgedichte. Rheinsberg 2008
- Gegenufer. Mitlesebuch 76. Mit Siebdrucken von Gerda Lepke. Berlin 2008
- Sternenstaub. Haikus. Mit Holzschnitten von Hanif Lehmann. Dresden 2009
- Kippfigur. Ein Kiebitzbuch über die Schulter von Richard Pietraß geschaut. Mit Bildern von Linde Kauert. Berlin 2009
- Totentanz/ tanec smrti. Mit Illustrationen von Lubos Drtina. Prag 2010
- Pariser Lust/ Au Plaisir de Paris. Gedichte, deutsch und französisch. Warmbronn 2011
- Traumsaum/ Z lemu snu. Gedichte, deutsch/tschechisch. Mit Grafiken von Lubos Drtina. Prag 2012
- Wandelstern. Die Naturgedichte. Mit Kupferstichen von Baldwin Zettl. Edition Ornament. Bucha bei Jena 2012
- Lustwandel. Gedichte. Mit Aquarellen von Gerda Lepke. Dresden 2014
- Dichterleben. Steckbriefe und Kußhände. Warmbronn 2016
- LyrikHeft 19. Mit sechs Originalfarbholzschnitten von Andrea Lange. Chemnitz und Kemberg 2016
- Wünschelrute. Gedichte. Mit Handsiebdrucken von Gerda Lepke. Künstlerbuch 2016
- Wünschelrute. Lebenswege, Liebeswege, Reisewege. Lesungsmitschnitt. Verlag matrosenblau 2016
- Nuit Ailée/Beflügelte Nacht. Gedichte. Deutsch-Französisch. Übertragen von Alain Lance und Gabriele Wennemer. Paris 2017
- Amerikanische Grillen. Pennsylvanisches Tagebuch. Mit Collagen von Wolfgang Petrovsky. Dresden 2017
- Coronaden. Gedichte. Minima aus dem Minimum. Dresden 2020</p>



<p><strong>Nachdichtungen und Übersetzungen:</strong></p>



<p>- Seamus Heaney: Norden. Leipzig 1987
- Boris Pasternak: Die Gedichte Juri Shiwagos. Berlin und Weimar 1992
- Seamus Heaney: Dank an die Poesie. Nobelpreisrede. Warmbronn 1999</p>



<p>Beteiligung an zahlreichen Ausgaben, u.a. von Achmatowa, Auden, Eluard, Gustafsson, Hughes, Illýes, Jessenin, József, Kochanowski, Majakowski, Mandelstam, Mickiewicz, Przybós, Rúfus, Seifert, Södergran, Tranströmer, Weöres, Yeats, Závada, Zwetajewa.</p>



<p><strong>Herausgaben:</strong></p>



<p>- Poesiealbum Heft 122 bis 148, Berlin 1977-1979
- Uwe Greßmann: Lebenskünstler. Leipzig 1982
- Albin Zollinger: Stille des Wunders. Berlin 1984
- Inge Müller: Wenn ich schon sterben muß. Berlin 1985
- Hans Arp: Opus Null. Berlin und Weimar 1988
- H. C. Artmann: wenn du in den prater kommst. Berlin 1988
- Edith Södergran: Klauenspur. Leipzig 1990
- Lars Gustafsson: Poets Corner II. Berlin 1992
- Was über dich erzählt wird. Zum 60. Geburtstag von Elke Erb. Mit Brigitte Struzyk. Berlin 1998
- Meine Nackademie. Sächsische Liebesgedichte. Mit Peter Gosse. Halle 2003
- Ich bin ein schwaches Boot ans große Schiff gehangen. Die Lebensreise des Paul Fleming in seinen schönsten Gedichten. Mit Peter Gosse. Halle (Saale) 2009
- Poesiealbum Heft 282 bis 303, Wilhelmshorst 2009/2012</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Wenn er schweigt sieht er aus wie ein gemütlicher Brummbär. Macht er den Mund auf sprudelt er wie ein Wildbach aus Quecksilber.
Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.



Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abi]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn er schweigt sieht er aus wie ein gemütlicher Brummbär. Macht er den Mund auf sprudelt er wie ein Wildbach aus Quecksilber.
Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.</p>



<p>Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abitur machte er eine Facharbeiterlehre als Metallhüttenwerker, war Hilfspfleger und leistete seinen Wehrdienst in der DDR. 1968 bis 1975 studierte er Klinische Psychologie an der Humboldt Universität in Berlin.
Danach war er Lyriklektor im Verlag Neues Leben, Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“ und Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ bis man ihn zwangsweise entließ.</p>



<p>Seit 1976 ist Richard Pietraß freier Schriftsteller. Fast 40 Titel umfasst die Liste seiner Publikationen. Die meisten davon sind Gedichte.</p>



<p>Er wurde u. a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis und dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.
Und er fuhr oft zu seiner Liebsten in Paris, mit der er auf den Eiffelturm essen gehen wollte.
Davon erzählt das folgende Gedicht.</p>



<h4>Richard Pietraß</h4>





<p><strong>Curriculum Vitae</strong></p>



<p>- Geboren am 11. Juni 1946 in Lichtenstein (Sachsen)
- 1965 Abitur und Facharbeiterbrief als Metallhüttenwerker – Hilfspfleger – Wehrdienst
- 1968-75 Studium der Klinischen Psychologie und Forschungsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
- 1975-79 Lyriklektor im Verlag Neues Leben, zugleich Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“
- 1977-79 Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“
- 1978/79 Ablösung der Redaktion und erzwungenes Ausscheiden – seither freier Schriftsteller
- 1989 Wahl ins P.E.N.-Zentrum (DDR)
- 2000 Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste
- 2019 Wahl in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung</p>



<p><strong>Auszeichnungen</strong></p>



<p>- Ehrengabe der Schiller-Stiftung (1992)
- Literaturpreis der deutschen Wirtschaft(1994)
- Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt (1999)
- Erwin-Strittmatter-Preis (2004)
- ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg (2009)</p>



<p><strong>Eigene Schriften:</strong></p>



<p>- Poesiealbum 82. Gedichte. Berlin 1974
- Notausgang. Gedichte. Berlin und Weimar 1980
- Freiheitsmuseum. Gedichte. Berlin und Weimar 1982
- Spielball. Gedichte. Berlin und Weimar 1987
- Was mir zum Glück fehlt. Ausgewählte Gedichte. Frankfurt/M. 1989
- Ostkreuz. Prosa. Mit Radierungen von Ursula Strozinsky. Berlin 1990
- Frau Naseweis. Kinderbuch. Berlin 1990
- Weltkind. Ausgewählte Gedichte. Leipzig 1990
- Letzte Gestalt. Gedichte. Warmbronn 1994
- Randlage. Gedichte. Warmbronn 1996
- Grenzfriedhof. Gedichte. Mit Lithografien von Liz Mields-Kratochwil. Berlin 1998
- Kolonnenweg. Ausgewählte Gedichte. Aschersleben 2000
- Die Gewichte. Hundert Gedichte. Ebenhausen 2001
- Schattenwirtschaft. Gedichte. Leipzig 2002
- Totentänze. Gedichte. Mit Holzschnitten von Karl Georg Hirsch. Leipzig 2002
- Vorhimmel. Liebesgedichte. Mit Zeichnungen von Nuria Quevedo. Blieskastel 2003
- Freigang. Gedichte. Leipzig 2006
- Wiegeschritt. Gedichte. Mit Radierungen von Hanif Lehmann. Leipzig 2006
- Die Aussicht auf das Wort. Zum sechzigsten Geburtstag von den Freunden aus seinen Büchern zusammengetragen und herausgegeben. Warmbronn 2006
- Wendekreis. Haikus. Privatdruck Mildenfurth/Warmbronn 2007
- Mit einem Bein in Liechtenstein. Ein Tagebuch. Triesen/Leipzig 2007
- Leuchtspur. Schreyahner Schnuppen. Bergen/Holland 2008
- Binzer Schatzbrief. Liebesgedichte. Mit Siebdrucken von Wolfgang Leber. Binz 2008
- Traumsaum. Aufwachgedichte. Rheinsberg 2008
- Gegenufer. Mitlesebuch 76. Mit Siebdrucken von Gerda Lepke. Berlin 2008
- Sternenstaub. Haikus. Mit Holzschnitten von Hanif Lehmann. Dresden 2009
- Kippfigur. Ein Kiebitzbuch über die Schulter von Richard Pietraß geschaut. Mit Bildern von Linde Kauert. Berlin 2009
- Totentanz/ tanec smrti. Mit Illustrationen von Lubos Drtina. Prag 2010
- Pariser Lust/ Au Plaisir de Paris. Gedichte, deutsch und französisch. Warmbronn 2011
- Traumsaum/ Z lemu snu. Gedichte, deutsch/tschechisch. Mit Grafiken von Lubos Drtina. Prag 2012
- Wandelstern. Die Naturgedichte. Mit Kupferstichen von Baldwin Zettl. Edition Ornament. Bucha bei Jena 2012
- Lustwandel. Gedichte. Mit Aquarellen von Gerda Lepke. Dresden 2014
- Dichterleben. Steckbriefe und Kußhände. Warmbronn 2016
- LyrikHeft 19. Mit sechs Originalfarbholzschnitten von Andrea Lange. Chemnitz und Kemberg 2016
- Wünschelrute. Gedichte. Mit Handsiebdrucken von Gerda Lepke. Künstlerbuch 2016
- Wünschelrute. Lebenswege, Liebeswege, Reisewege. Lesungsmitschnitt. Verlag matrosenblau 2016
- Nuit Ailée/Beflügelte Nacht. Gedichte. Deutsch-Französisch. Übertragen von Alain Lance und Gabriele Wennemer. Paris 2017
- Amerikanische Grillen. Pennsylvanisches Tagebuch. Mit Collagen von Wolfgang Petrovsky. Dresden 2017
- Coronaden. Gedichte. Minima aus dem Minimum. Dresden 2020</p>



<p><strong>Nachdichtungen und Übersetzungen:</strong></p>



<p>- Seamus Heaney: Norden. Leipzig 1987
- Boris Pasternak: Die Gedichte Juri Shiwagos. Berlin und Weimar 1992
- Seamus Heaney: Dank an die Poesie. Nobelpreisrede. Warmbronn 1999</p>



<p>Beteiligung an zahlreichen Ausgaben, u.a. von Achmatowa, Auden, Eluard, Gustafsson, Hughes, Illýes, Jessenin, József, Kochanowski, Majakowski, Mandelstam, Mickiewicz, Przybós, Rúfus, Seifert, Södergran, Tranströmer, Weöres, Yeats, Závada, Zwetajewa.</p>



<p><strong>Herausgaben:</strong></p>



<p>- Poesiealbum Heft 122 bis 148, Berlin 1977-1979
- Uwe Greßmann: Lebenskünstler. Leipzig 1982
- Albin Zollinger: Stille des Wunders. Berlin 1984
- Inge Müller: Wenn ich schon sterben muß. Berlin 1985
- Hans Arp: Opus Null. Berlin und Weimar 1988
- H. C. Artmann: wenn du in den prater kommst. Berlin 1988
- Edith Södergran: Klauenspur. Leipzig 1990
- Lars Gustafsson: Poets Corner II. Berlin 1992
- Was über dich erzählt wird. Zum 60. Geburtstag von Elke Erb. Mit Brigitte Struzyk. Berlin 1998
- Meine Nackademie. Sächsische Liebesgedichte. Mit Peter Gosse. Halle 2003
- Ich bin ein schwaches Boot ans große Schiff gehangen. Die Lebensreise des Paul Fleming in seinen schönsten Gedichten. Mit Peter Gosse. Halle (Saale) 2009
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Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.



Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abitur machte er eine Facharbeiterlehre als Metallhüttenwerker, war Hilfspfleger und leistete seinen Wehrdienst in der DDR. 1968 bis 1975 studierte er Klinische Psychologie an der Humboldt Universität in Berlin.
Danach war er Lyriklektor im Verlag Neues Leben, Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“ und Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ bis man ihn zwangsweise entließ.



Seit 1976 ist Richard Pietraß freier Schriftsteller. Fast 40 Titel umfasst die Liste seiner Publikationen. Die meisten davon sind Gedichte.



Er wurde u. a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis und dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.
Und er fuhr oft zu seiner Liebsten in Paris, mit der er auf den Eiffelturm essen gehen wollte.
Davon erzählt das folgende Gedicht.



Richard Pietraß





Curriculum Vitae



- Geboren am 11. Juni 1946 in Lichtenstein (Sachsen)
- 1965 Abitur und Facharbeiterbrief als Metallhüttenwerker – Hilfspfleger – Wehrdienst
- 1968-75 Studium der Klinischen Psychologie und Forschungsstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin
- 1975-79 Lyriklektor im Verlag Neues Leben, zugleich Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“
- 1977-79 Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“
- 1978/79 Ablösung der Redaktion und erzwungenes Ausscheiden – seither freier Schriftsteller
- 1989 Wahl ins P.E.N.-Zentrum (DDR)
- 2000 Aufnahme in die Sächsische Akademie der Künste
- 2019 Wahl in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung



Auszeichnungen



- Ehrengabe der Schiller-Stiftung (1992)
- Literaturpreis der deutschen Wirtschaft(1994)
- Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt (1999)
- Erwin-Strittmatter-Preis (2004)
- ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg (2009)



Eigene Schriften:



- Poesiealbum 82. Gedichte. Berlin 1974
- Notausgang. Gedichte. Berlin und Weimar 1980
- Freiheitsmuseum. Gedichte. Berlin und Weimar 1982
- Spielball. Gedichte. Berlin und Weimar 1987
- Was mir zum Glück fehlt. Ausgewählte Gedichte. Frankfurt/M. 1989
- Ostkreuz. Prosa. Mit Radierungen von Ursula Strozinsky. Berlin 1990
- Frau Naseweis. Kinderbuch. Berlin 1990
- Weltkind. Ausgewählte Gedichte. Leipzig 1990
- Letzte Gestalt. Gedichte. Warmbronn 1994
- Randlage. Gedichte. Warmbronn 1996
- Grenzfriedhof. Gedichte. Mit Lithografien von Liz Mields-Kratochwil. Berlin 1998
- Kolonnenweg. Ausgewählte Gedichte. Aschersleben 2000
- Die Gewichte. Hundert Gedichte. Ebenhausen 2001
- Schattenwirtschaft. Gedichte. Leipzig 2002
- Totentänze. Gedichte. Mit Holzschnitten von Karl Georg Hirsch. Leipzig 2002
- Vorhimmel. Liebesgedichte. Mit Zeichnungen von Nuria Quevedo. Blieskastel 2003
- Freigang. Gedichte. Leipzig 2006
- Wiegeschritt. Gedichte. Mit Radierungen von Hanif Lehmann. Leipzig 2006
- Die Aussicht auf das Wort. Zum sechzigsten Geburtstag von den Freunden aus seinen Büchern zusammengetragen und herausgegeben. Warmbronn 2006
- Wendekreis. Haikus. Privatdruck Mildenfurth/Warmbronn 2007
- Mit einem Bein in Liechtenstein. Ein Tagebuch. Triesen/Leipzig 2007
- Leuchtspur. Schreyahner Schnuppen. Bergen/Holland 2008
- Binzer Schatzbrief. Liebesgedichte. Mit Siebdrucken von Wolfgang Leber. Binz 2008
- Traumsaum. Aufwachgedichte. Rheinsberg 2008
- Gegenufer. Mitlesebuch 76. Mit Siebdrucken von Gerda Lepke. Berlin 2008
- Sternenstaub. Haikus. Mit Holzschnitten von Hanif Lehmann. Dresden 2009
- Kippfigur. Ein Kiebitzbuch über die Schulter von Richard Pietraß geschaut. Mit Bildern von Linde Kauert. Berlin 2009
- Totentanz/ tanec smrti. Mit Illustrationen von Lubos Drtina. Prag 2010
- Pariser Lust/ Au Plaisir de Paris. Gedichte, deutsch und französisch. Warmbronn 2011
- Traumsaum/ Z lemu snu. Gedichte, deutsch/tschechisch. Mit Grafiken von Lubos Drtina. Prag 2012
- Wandelstern. Die Naturgedichte. Mit Kupferstich]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: Haute Cuisine am Tiefpunkt in luftiger Höhe &#8211;Richard Pietraß zum 80. Geburtstag</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Podcast Literatur]]></itunes:author>	<googleplay:description><![CDATA[Wenn er schweigt sieht er aus wie ein gemütlicher Brummbär. Macht er den Mund auf sprudelt er wie ein Wildbach aus Quecksilber.
Der Dichter Richard Pietraß wird am 11. Juni achtzig Jahre alt.



Geboren wurde er 1946 in Lichtenstein/Sachsen. Nach dem Abitur machte er eine Facharbeiterlehre als Metallhüttenwerker, war Hilfspfleger und leistete seinen Wehrdienst in der DDR. 1968 bis 1975 studierte er Klinische Psychologie an der Humboldt Universität in Berlin.
Danach war er Lyriklektor im Verlag Neues Leben, Redakteur der Zeitschrift „Temperamente“ und Herausgeber der Lyrikreihe „Poesiealbum“ bis man ihn zwangsweise entließ.



Seit 1976 ist Richard Pietraß freier Schriftsteller. Fast 40 Titel umfasst die Liste seiner Publikationen. Die meisten davon sind Gedichte.



Er wurde u. a. mit dem Erwin-Strittmatter-Preis und dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.
Und er fuhr oft zu seiner Liebsten in Paris, mit der er auf den Eiffelturm essen gehen wollte.
Davon erzählt da]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Big Bang der amerikanischen LyrikZum 100. Geburtstag von Allen Ginsberg</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-big-bang-der-amerikanischen-lyrikzum-100-geburtstag-von-allen-ginsberg/</link>
	<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 00:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“.
Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.</p>



<p>Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…</p>



<p>…wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb.</p>



<p>Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Ginsberg gehörte zu den frühesten Personen der Öffentlichkeit, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen, er vertrat linke und anarchistische Theorien, so konsequent, dass ihn die kommunistischen Betonköpfe 1965 aus Kuba nach Prag abschoben, wo er bald wegen Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität von den stalinistischen Betonköpfen verhaftet und ausgewiesen wurde.</p>



<p>Später wurde Allen Ginsberg Buddhist. Er hat den Begriff der „Flower-Power“-Bewegung geprägt, war mit Bob Dylan befreundet und hat Spuren in der Musik von Leonard Cohen und Paul McCartney hinterlassen.</p>



<h4>Allen Ginsberg</h4>





<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Allen_Ginsberg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umfangreiche Informationen zu Biografie und Werken bei Wikipedia</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“.
Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Vor hundert Jahren, am 3. Juni 1926, wurde Allen Ginsberg in New Jersey geboren. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der (literarischen) „Beat-Generation“.
Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.</p>



<p>Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…</p>



<p>…wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb.</p>



<p>Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Ginsberg gehörte zu den frühesten Personen der Öffentlichkeit, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen, er vertrat linke und anarchistische Theorien, so konsequent, dass ihn die kommunistischen Betonköpfe 1965 aus Kuba nach Prag abschoben, wo er bald wegen Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität von den stalinistischen Betonköpfen verhaftet und ausgewiesen wurde.</p>



<p>Später wurde Allen Ginsberg Buddhist. Er hat den Begriff der „Flower-Power“-Bewegung geprägt, war mit Bob Dylan befreundet und hat Spuren in der Musik von Leonard Cohen und Paul McCartney hinterlassen.</p>



<h4>Allen Ginsberg</h4>





<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Allen_Ginsberg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umfangreiche Informationen zu Biografie und Werken bei Wikipedia</a></p>]]></content:encoded>
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Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.



Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…



…wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb.



Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Ginsberg gehörte zu den frühesten Personen der Öffentlichkeit, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, er experimentierte mit bewusstseinserweiternden Drogen, er vertrat linke und anarchistische Theorien, so konsequent, dass ihn die kommunistischen Betonköpfe 1965 aus Kuba nach Prag abschoben, wo er bald wegen Unruhestiftung und Propagierung der Homosexualität von den stalinistischen Betonköpfen verhaftet und ausgewiesen wurde.



Später wurde Allen Ginsberg Buddhist. Er hat den Begriff der „Flower-Power“-Bewegung geprägt, war mit Bob Dylan befreundet und hat Spuren in der Musik von Leonard Cohen und Paul McCartney hinterlassen.



Allen Ginsberg





Umfangreiche Informationen zu Biografie und Werken bei Wikipedia]]></itunes:summary>
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Und wie Ingeborg Bachmann, die drei Wochen nach ihm auf die Welt kam, eine neue Epoche der deutschen Lyrik einläutete, so begann schon mit seinem ersten veröffentlichten Gedicht „HOWL“ eine neue Lyrikepoche der USA.



Sein „Geheul“ ist ein radikales Poem von 1955, ein Rundschlag gegen den Moloch der konsumkapitalistischen USA, eine Feier der (Homo)Sexualität, bewusstseinserweiternder Drogen, des Jazz, ein Ritus der umstürzenden Heiligkeit alles Lebendigen, eine Wehklage über den Wahnsinn und in Irrenanstalten Misshandelten und Internierten…



…wie seine Mutter, eine russische Emigrantin und engagierte Kommunistin, die mit Elektroschocks traktiert wurde und im Jahr darauf verstarb.



Das Gedicht „Howl“ hat seinen Ruhm begründet und 1956 einen Skandal ausgelöst, es wurde als obszön verboten und sein Verleger verhaftet. Gin]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Pimmel über der WüsteZum 115. Geburtstag des Autors und Komponisten Paul Bowles.</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-pimmel-ueber-der-wuestezum-115-geburtstag-des-autors-und-komponisten-paul-bowles/</link>
	<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Paul Frederik Bowles wurde am 30. Dezember 1910 in New York geboren.</p>



<p>Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?</p>



<p>Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.</p>



<p>Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.</p>



<p>Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.</p>



<p>Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.</p>



<h4>Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles </h4>



<p>finden Sie unter </p>



<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )</p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Deutsch )</p>



<p>zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg" target="_blank">https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg</a> )</p>]]></description>
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<p>Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?</p>



<p>Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.</p>



<p>Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.</p>



<p>Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.</p>



<p>Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.</p>



<h4>Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles </h4>



<p>finden Sie unter </p>



<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )</p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Deutsch )</p>



<p>zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg" target="_blank">https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg</a> )</p>]]></content:encoded>
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Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?



Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.



Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.



Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.



Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.



Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles 



finden Sie unter 



https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )



https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Deutsch )



zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg )]]></itunes:summary>
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Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?



Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.



Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn ]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Natur als Quelle der FreiheitGeorg Forster: „Ansichten vom Niederrhein“</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-natur-als-quelle-der-freiheitgeorg-forster-ansichten-vom-niederrhein/</link>
	<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
	<guid isPermaLink="false">https://podcastliteratur.de/?post_type=podcast&#038;p=3252</guid>
	<description><![CDATA[<p>Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mit Captain Cook die Welt umrundet hatte. Da war er gerade mal Siebzehn.</p>



<p>Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.</p>



<p>Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).</p>



<p>Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.</p>



<p>Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.</p>





<h4>Aus der Werbung des Aufbau Verlags</h4>



<p>Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.</p>



<p>Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.</p>



<p>„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.aufbau-verlage.de/bic/media/widget/9783847700180" target="_blank">Link des Verlags zum Buch mit Vorschau</a></p>





<h4>Biographie Georg Forster</h4>



<p>Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html" target="_blank">https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html</a> (aus: Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V.)</p>



<p>sowie bei
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster</a>
</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mi]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mit Captain Cook die Welt umrundet hatte. Da war er gerade mal Siebzehn.</p>



<p>Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.</p>



<p>Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).</p>



<p>Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.</p>



<p>Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.</p>





<h4>Aus der Werbung des Aufbau Verlags</h4>



<p>Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.</p>



<p>Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.</p>



<p>„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.aufbau-verlage.de/bic/media/widget/9783847700180" target="_blank">Link des Verlags zum Buch mit Vorschau</a></p>





<h4>Biographie Georg Forster</h4>



<p>Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
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<p>sowie bei
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster</a>
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Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.



Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).



Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.



Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.





Aus der Werbung des Aufbau Verlags



Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.



Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.



„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster



Link des Verlags zum Buch mit Vorschau





Biographie Georg Forster



Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
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		<title>Extra: Natur als Quelle der FreiheitGeorg Forster: „Ansichten vom Niederrhein“</title>
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Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.



Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angli]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-joseph-breitbach-preis-fuer-frank-witzel/</link>
	<pubDate>Sun, 02 Nov 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).</p>



<p>Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.</p>



<p>Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.</p>



<p>Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.</p>





<h4>Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)</h4>



<p>Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.</p>



<p>Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.</p>



<p>In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.</p>



<p>Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 erhielt Witzel 2012 den Robert-Gernhardt-Preis. 2015 wurde der fertiggestellte Roman mit der folgenden Begründung mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet:[1][2][3]
Frank Witzel 2017</p>



<p>„Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“</p>



<p>– Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises 2015[4]
2018 schrieb Witzel unter dem Titel Stahnke eine fünfzehnteilige Hörspielserie für den Bayerischen Rundfunk. In einer Pilotfolge von 50 Minuten, deren Beginn auf den Romananfang von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften anspielt, und vierzehn Folgen von jeweils knapp einer halben Stunde erzählt sie von dem Architekten Stahnke, der im Auftrag der Firma IGWT durch die Provinz der Bundesrepublik fährt, um in Kleinstädten Möglichkeiten für Bauprojekte zu erkunden. Er analysiert dabei nicht nur die baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte, sondern auch Sozialstruktur und politische Machtverhältnisse. Stahnke ahnt, dass diese Bauprojekte reihenweise scheitern und mitunter sogar die Gemeinden in den Ruin treiben werden. Als eine Reihe mysteriöser Morde die Gegend erschüttert, die er jüngst für seine Standort-Evaluationen bereiste, gerät er ins Visier des ermittelnden Kommissars.[5]
Zusammen mit Uwe Timm nahm Witzel 2018 die Tübinger Poetik-Dozentur wahr, gemeinsam mit Ingo Schulze 2021/22 die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2021 wurde Witzel der Erich-Fried-Preis zuerkannt;[6] 2022 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[7] 2024 wurde die Oper Dora von Bernhard Lang, Libretto Frank Witzel, aufgeführt an der Staatsoper Stuttgart, bei der internationalen Kritikerumfrage der Opernwelt zur "Uraufführung des Jahres" gewählt.[8] 2024 wurde sein Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus mit dem Wortmeldungen-Ulrike Crespo Literaturpreis ausgezeichnet.[9] 2025 erhält Witzel für sein Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis[10].</p>



<p>(Quelle und weitergehende Infos:<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze</a>l (Stand_ 31.10.2025)</p>





<p><a href="http://www.frankwitzel.de/" data-type="URL" data-id="http://www.frankwitzel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Homepage von Frank Witzel</a></p>



<h4>Frank Witzel und seine Bücher bei Mattes&amp;Seitz </h4>



<p><strong>Frank Witzel</strong></p>



<p>Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus.

<a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" data-type="URL" data-id="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu den Infos und allen Büchern von Frank Witzel beim Verlag Mattes&amp;Seitz </a></p>



<h4>Joseph-Breitbach-Preis</h4>



<p>Nach dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der in Koblenz geboren, in Paris gelebt hat, verleiht die Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach alljährlich einen Literaturpreis. Er trägt den Namen Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mit diesem Preis sollen deutschsprachige Werke aller Literaturgattungen ausgezeichnet werden. Der Preis wird seit 2003 in der Geburtsstadt Joseph Breitbachs, in Koblenz, verliehen. Seit 2004 wird nur ein Preisträger ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt zur Zeit 50.000 Euro.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).</p>



<p>Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.</p>



<p>Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.</p>



<p>Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.</p>





<h4>Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)</h4>



<p>Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.</p>



<p>Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.</p>



<p>In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.</p>



<p>Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 erhielt Witzel 2012 den Robert-Gernhardt-Preis. 2015 wurde der fertiggestellte Roman mit der folgenden Begründung mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet:[1][2][3]
Frank Witzel 2017</p>



<p>„Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“</p>



<p>– Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises 2015[4]
2018 schrieb Witzel unter dem Titel Stahnke eine fünfzehnteilige Hörspielserie für den Bayerischen Rundfunk. In einer Pilotfolge von 50 Minuten, deren Beginn auf den Romananfang von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften anspielt, und vierzehn Folgen von jeweils knapp einer halben Stunde erzählt sie von dem Architekten Stahnke, der im Auftrag der Firma IGWT durch die Provinz der Bundesrepublik fährt, um in Kleinstädten Möglichkeiten für Bauprojekte zu erkunden. Er analysiert dabei nicht nur die baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte, sondern auch Sozialstruktur und politische Machtverhältnisse. Stahnke ahnt, dass diese Bauprojekte reihenweise scheitern und mitunter sogar die Gemeinden in den Ruin treiben werden. Als eine Reihe mysteriöser Morde die Gegend erschüttert, die er jüngst für seine Standort-Evaluationen bereiste, gerät er ins Visier des ermittelnden Kommissars.[5]
Zusammen mit Uwe Timm nahm Witzel 2018 die Tübinger Poetik-Dozentur wahr, gemeinsam mit Ingo Schulze 2021/22 die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2021 wurde Witzel der Erich-Fried-Preis zuerkannt;[6] 2022 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[7] 2024 wurde die Oper Dora von Bernhard Lang, Libretto Frank Witzel, aufgeführt an der Staatsoper Stuttgart, bei der internationalen Kritikerumfrage der Opernwelt zur "Uraufführung des Jahres" gewählt.[8] 2024 wurde sein Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus mit dem Wortmeldungen-Ulrike Crespo Literaturpreis ausgezeichnet.[9] 2025 erhält Witzel für sein Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis[10].</p>



<p>(Quelle und weitergehende Infos:<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze</a>l (Stand_ 31.10.2025)</p>





<p><a href="http://www.frankwitzel.de/" data-type="URL" data-id="http://www.frankwitzel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Homepage von Frank Witzel</a></p>



<h4>Frank Witzel und seine Bücher bei Mattes&amp;Seitz </h4>



<p><strong>Frank Witzel</strong></p>



<p>Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus.

<a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" data-type="URL" data-id="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu den Infos und allen Büchern von Frank Witzel beim Verlag Mattes&amp;Seitz </a></p>



<h4>Joseph-Breitbach-Preis</h4>



<p>Nach dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der in Koblenz geboren, in Paris gelebt hat, verleiht die Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach alljährlich einen Literaturpreis. Er trägt den Namen Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mit diesem Preis sollen deutschsprachige Werke aller Literaturgattungen ausgezeichnet werden. Der Preis wird seit 2003 in der Geburtsstadt Joseph Breitbachs, in Koblenz, verliehen. Seit 2004 wird nur ein Preisträger ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt zur Zeit 50.000 Euro.</p>]]></content:encoded>
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	<itunes:summary><![CDATA[Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).



Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.



Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.



Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.





Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)



Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.



Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.



In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.



Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fr]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Podcast Literatur]]></itunes:author>	<googleplay:description><![CDATA[Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).



Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.



Das gilt auch für sein Hauptwerk, ]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: HimmelbrandZum Tod des saarländischen Autors Gerhard Tänzer im August 2025 mit Ralph Schock</title>
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	<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.</p>



<p>Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.</p>



<h4>Gerhard Tänzer</h4>



<p>geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.</p>



<p><strong>Weitere Werke:</strong></p>



<p>Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987</p>



<p>Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth</p>



<p>Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.


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	<content:encoded><![CDATA[<p>Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.</p>



<p>Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.</p>



<h4>Gerhard Tänzer</h4>



<p>geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.</p>



<p><strong>Weitere Werke:</strong></p>



<p>Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987</p>



<p>Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth</p>



<p>Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.</p>]]></content:encoded>
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	<itunes:summary><![CDATA[Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.



Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.



Gerhard Tänzer



geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.



Weitere Werke:



Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987



Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth



Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.]]></itunes:summary>
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Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.



Gerhard Tänzer



geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Leh]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Schatten unter SchattenDie Konzentrationslager überlebt – Im Konzentrationslager gestorben: Der absurde Tod von Robert Desnos, geb. am 4.7.1900 in Paris &#8211; gest. am 8.6.1945 im KZ Theresienstadt</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-schatten-unter-schattendie-konzentrationslager-ueberlebt-im-konzentrationslager-gestorben-der-absurde-tod-von-robert-desnos-geb-am-4-7-1900-in-paris-gest-am-8-6-1945-im-kz-there/</link>
	<pubDate>Sun, 01 Jun 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und Krankheiten - und zuweilen auch unglückliche Lieben. Man schaue sich nur mal die Geburts- und Todesdaten in Enzenbergers Anthologie „Museum der Modernen Poesie“ an.</p>



<p>Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.</p>



<p>Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.</p>



<h4>Robert Desnos 1924</h4>



<p>Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.</p>



Leben



<p>Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]</p>



<p>Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.</p>





<p>In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.</p>



<p>In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion in Flöha, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, zu leisten. Schließlich wurde er nach Theresienstadt gebracht. Er erkrankte an Typhus und starb wenige Wochen nach der Befreiung des Konzentrationslagers.</p>



<p>(Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>





Werke



<p>• Deuil pour deuil, Gedichte, 1924
• La Liberté ou l’amour, Paris 1927
• L’étoile de mer, Film, 1928 (gemeinsam mit Man Ray)
• Corps et biens, Gedichte 1921–1929, Paris 1930
• Sans-cou, Gedichte, 1934
• La cantate pour l’inauguration du Musée de l’Homme, Kantate, 1937 (gemeinsam mit Darius Milhaud)
• Fortunes, Gedichte, Paris 1942
• Le vin est tiré, Roman, Paris 1943
• État de veille, Gedichte, 1943; postum veröffentlicht
• Choix de poèmes, Gedichte, 1946
• Ouvres posthumes, Gedichte, 1947
• Domaine public, Gedichte, 1953
Einige Ausgaben/Auswahlbände auf Deutsch siehe Weblink Nationalbibliothek</p>



Literatur über Desnos



<p>• Pierre Berger: Robert Desnos. Paris 1949.
• André Bessière: Destination Auschwitz avec Robert Desnos. Paris 2001, ISBN 2-7475-0180-9.
• Rosa Buchole: L’évolution poétique de Robert Desnos. Brüssel 1956.
• Mary Ann Caws: The surrealist voice of Desnos. USA 1977.
• H. L. Davis: Robert Desnos: Une voix, un chant, un cri. 1981.
• Dominique Desanti: Robert Desnos: le roman d’une vie. Mercure de France, 1999.
• Marie-Claire Dumas: Robert Desnos ou l’exploration des limites. 1980.
• Marie-Claire Dumas: Moi qui suis Desnos. 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Cahier de l’Herne. Sondernummer Desnos, 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Robert Desnos, le poète libre. Éditions Indigo/Université de Picardie Jules Verne, 2007.
• Anne Egger: Robert Desnos. Éditions Fayard, 2007.
• Ilja Ehrenburg: Menschen – Jahre – Leben. (Memoiren), München 1962, Sonderausgabe München 1965, Band II 1923–1941, Seite 173–179 (Porträt), ISBN 3-463-00512-3.
• Michel Murat: Robert Desnos: les grands jours du poète. Paris 1988.
• Reinhard J. A. Pohl: Die Metamorphosen des negativen Helden … Desnos. Hamburg 1977.
• Werner Streletz: Der freieste aller Dichter : unterwegs mit Robert Desnos : Novelle. Bochum: Projektverlag, 2017</p>



Weblinks



<p>Commons: Robert Desnos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Robert Desnos im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Robert Desnos in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Association des amis de Robert Desnos, gegründet 1984 (französisch).</p>



<p>(Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und ]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und Krankheiten - und zuweilen auch unglückliche Lieben. Man schaue sich nur mal die Geburts- und Todesdaten in Enzenbergers Anthologie „Museum der Modernen Poesie“ an.</p>



<p>Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.</p>



<p>Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.</p>



<h4>Robert Desnos 1924</h4>



<p>Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.</p>



Leben



<p>Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]</p>



<p>Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.</p>





<p>In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.</p>



<p>In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion in Flöha, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, zu leisten. Schließlich wurde er nach Theresienstadt gebracht. Er erkrankte an Typhus und starb wenige Wochen nach der Befreiung des Konzentrationslagers.</p>



<p>(Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>





Werke



<p>• Deuil pour deuil, Gedichte, 1924
• La Liberté ou l’amour, Paris 1927
• L’étoile de mer, Film, 1928 (gemeinsam mit Man Ray)
• Corps et biens, Gedichte 1921–1929, Paris 1930
• Sans-cou, Gedichte, 1934
• La cantate pour l’inauguration du Musée de l’Homme, Kantate, 1937 (gemeinsam mit Darius Milhaud)
• Fortunes, Gedichte, Paris 1942
• Le vin est tiré, Roman, Paris 1943
• État de veille, Gedichte, 1943; postum veröffentlicht
• Choix de poèmes, Gedichte, 1946
• Ouvres posthumes, Gedichte, 1947
• Domaine public, Gedichte, 1953
Einige Ausgaben/Auswahlbände auf Deutsch siehe Weblink Nationalbibliothek</p>



Literatur über Desnos



<p>• Pierre Berger: Robert Desnos. Paris 1949.
• André Bessière: Destination Auschwitz avec Robert Desnos. Paris 2001, ISBN 2-7475-0180-9.
• Rosa Buchole: L’évolution poétique de Robert Desnos. Brüssel 1956.
• Mary Ann Caws: The surrealist voice of Desnos. USA 1977.
• H. L. Davis: Robert Desnos: Une voix, un chant, un cri. 1981.
• Dominique Desanti: Robert Desnos: le roman d’une vie. Mercure de France, 1999.
• Marie-Claire Dumas: Robert Desnos ou l’exploration des limites. 1980.
• Marie-Claire Dumas: Moi qui suis Desnos. 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Cahier de l’Herne. Sondernummer Desnos, 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Robert Desnos, le poète libre. Éditions Indigo/Université de Picardie Jules Verne, 2007.
• Anne Egger: Robert Desnos. Éditions Fayard, 2007.
• Ilja Ehrenburg: Menschen – Jahre – Leben. (Memoiren), München 1962, Sonderausgabe München 1965, Band II 1923–1941, Seite 173–179 (Porträt), ISBN 3-463-00512-3.
• Michel Murat: Robert Desnos: les grands jours du poète. Paris 1988.
• Reinhard J. A. Pohl: Die Metamorphosen des negativen Helden … Desnos. Hamburg 1977.
• Werner Streletz: Der freieste aller Dichter : unterwegs mit Robert Desnos : Novelle. Bochum: Projektverlag, 2017</p>



Weblinks



<p>Commons: Robert Desnos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Robert Desnos im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Robert Desnos in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Association des amis de Robert Desnos, gegründet 1984 (französisch).</p>



<p>(Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>]]></content:encoded>
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	<itunes:summary><![CDATA[Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und Krankheiten - und zuweilen auch unglückliche Lieben. Man schaue sich nur mal die Geburts- und Todesdaten in Enzenbergers Anthologie „Museum der Modernen Poesie“ an.



Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.



Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.



Robert Desnos 1924



Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.



Leben



Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]



Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.





In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.



In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der ]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: Schatten unter SchattenDie Konzentrationslager überlebt – Im Konzentrationslager gestorben: Der absurde Tod von Robert Desnos, geb. am 4.7.1900 in Paris &#8211; gest. am 8.6.1945 im KZ Theresienstadt</title>
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Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.



Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 52: Die Langsamkeit der Liebe &#8211; Moritz Heger und seine Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“</title>
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	<pubDate>Mon, 19 May 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.</p>



<p>Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.</p>



<p>Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.</p>



<p>Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.</p>





<h4>Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.</p>



<p>Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.</p>



<h4>Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.</p>



<p><strong>Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung</strong></p>



<p>Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.</p>



<p><strong>Silke Arning, SWR 2</strong></p>



<p>Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR</p>



<p>Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.</p>



<p><strong>Ulla Müller, Bayern 1</strong></p>





<h4>Verlagstext  „Zeit der Zikaden“</h4>



<p>Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.</p>





<h4>Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)</h4>



<p>Moritz Heger wurde 1971 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Mainz studierte er Freie Kunst (Malerei) in Saarbrücken. Bald wechselte er zu einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Evangelischen Theologie und Pädagogik in Mainz, das er mit dem Magister Artium und dem Staatsexamen abschloss. Moritz Heger war Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst. Neben dem Autorsein ist er Gymnasiallehrer und Jugendtheatermacher. Er lebt in Stuttgart.</p>



<p>Moritz Heger ist seit 2017 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e.V.
Er moderiert literarische Formate und leitet seit 2019 das Junge Schriftstellerhaus, drei Jahre lang zusammen mit Moritz Hildt, seit 2022 mit Regina Rechsteiner.</p>



<p>Für seine literarischen Texte wurde Moritz Heger mehrfach ausgezeichnet:
Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis 1996
Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz 2003
MDR-Literaturpreis und zugehöriger Publikumspreis 2007
Wortschatz Rheinland-Pfalz, 2. Platz, 2010
Irseer Pegasus, 2. Preis, 2012</p>



<p>2008 kam sein Roman In den Schnee im Verlag Jung und Jung heraus.</p>



<p>2021 erschien Moritz Hegers Roman Aus der Mitte des Sees bei Diogenes.
2024 folgte, ebenfalls im Diogenes Verlag, der Roman Die Zeit der Zikaden.</p>



<p>Moritz Heger ist in mehreren Diogenes-Anthologien vertreten, darunter Vom Glück allein und Großeltern, beide erschienen 2023.</p>



<p>Seine Theaterstücke vertritt der Kaiser Verlag.</p>



<p><a href="https://www.moritz-heger.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Webseite von Moritz Heger</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.



Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegang]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.</p>



<p>Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.</p>



<p>Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.</p>



<p>Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.</p>





<h4>Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.</p>



<p>Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.</p>



<h4>Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.</p>



<p><strong>Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung</strong></p>



<p>Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.</p>



<p><strong>Silke Arning, SWR 2</strong></p>



<p>Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR</p>



<p>Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.</p>



<p><strong>Ulla Müller, Bayern 1</strong></p>





<h4>Verlagstext  „Zeit der Zikaden“</h4>



<p>Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.</p>





<h4>Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)</h4>



<p>Moritz Heger wurde 1971 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Mainz studierte er Freie Kunst (Malerei) in Saarbrücken. Bald wechselte er zu einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Evangelischen Theologie und Pädagogik in Mainz, das er mit dem Magister Artium und dem Staatsexamen abschloss. Moritz Heger war Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst. Neben dem Autorsein ist er Gymnasiallehrer und Jugendtheatermacher. Er lebt in Stuttgart.</p>



<p>Moritz Heger ist seit 2017 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e.V.
Er moderiert literarische Formate und leitet seit 2019 das Junge Schriftstellerhaus, drei Jahre lang zusammen mit Moritz Hildt, seit 2022 mit Regina Rechsteiner.</p>



<p>Für seine literarischen Texte wurde Moritz Heger mehrfach ausgezeichnet:
Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis 1996
Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz 2003
MDR-Literaturpreis und zugehöriger Publikumspreis 2007
Wortschatz Rheinland-Pfalz, 2. Platz, 2010
Irseer Pegasus, 2. Preis, 2012</p>



<p>2008 kam sein Roman In den Schnee im Verlag Jung und Jung heraus.</p>



<p>2021 erschien Moritz Hegers Roman Aus der Mitte des Sees bei Diogenes.
2024 folgte, ebenfalls im Diogenes Verlag, der Roman Die Zeit der Zikaden.</p>



<p>Moritz Heger ist in mehreren Diogenes-Anthologien vertreten, darunter Vom Glück allein und Großeltern, beide erschienen 2023.</p>



<p>Seine Theaterstücke vertritt der Kaiser Verlag.</p>



<p><a href="https://www.moritz-heger.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Webseite von Moritz Heger</a></p>]]></content:encoded>
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Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.



Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.



Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.





Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“



Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.



Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.



Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“



Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.



Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung



Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.



Silke Arning, SWR 2



Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR



Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.



Ulla Müller, Bayern 1





Verlagstext  „Zeit der Zikaden“



Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.





Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)



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Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.



Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.



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	<title>Extra: Von Genossen erschossen: Roque Dalton Dichter und Revolutionär (14.5.1935 – 10.5.1975)</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-von-genossen-erschossen-roque-dalton-dichter-und-revolutionaer-14-5-1935-10-5-1975/</link>
	<pubDate>Wed, 07 May 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Eran polvo, mas, ?polvo enamorado?“ – „Sie werden Staub sein, aber verliebter Staub?
Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“</p>



<p>Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.</p>



<p>Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.</p>



<p>Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.</p>



<p>Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“</p>





<h4>Werke</h4>



<p>• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.</p>



<p>Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roque_Dalton" target="_blank">Wikipedia</a></p>]]></description>
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Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das ]]></itunes:subtitle>
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Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“</p>



<p>Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.</p>



<p>Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.</p>



<p>Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.</p>



<p>Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“</p>





<h4>Werke</h4>



<p>• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.</p>



<p>Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roque_Dalton" target="_blank">Wikipedia</a></p>]]></content:encoded>
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Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“



Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.



Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.



Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.



Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“





Werke



• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.



Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei Wikipedia]]></itunes:summary>
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Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“



Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.



Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die ]]></googleplay:description>
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