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	<title>Extra: Pimmel über der WüsteZum 115. Geburtstag des Autors und Komponisten Paul Bowles.</title>
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	<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Paul Frederik Bowles wurde am 30. Dezember 1910 in New York geboren.</p>



<p>Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?</p>



<p>Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.</p>



<p>Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.</p>



<p>Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.</p>



<p>Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.</p>



<h4>Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles </h4>



<p>finden Sie unter </p>



<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )</p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Deutsch )</p>



<p>zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg" target="_blank">https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg</a> )</p>]]></description>
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<p>Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?</p>



<p>Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.</p>



<p>Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.</p>



<p>Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.</p>



<p>Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.</p>



<h4>Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles </h4>



<p>finden Sie unter </p>



<p><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )</p>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles</a> ( in Deutsch )</p>



<p>zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg" target="_blank">https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg</a> )</p>]]></content:encoded>
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Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?



Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.



Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn angeht, auch mal bisexuell war: Jane Bowles, Autorin und Dramatikerin, die unbedingt wiederentdeckt werden sollte, war eine ausgesprochene Unglückskrähe: Sie hinkte nach einem Sturz vom Pferd, war Alkohol- und Drogensüchtig, von Schuldgefühlen, Minderwertigkeitskomplexen und Selbstzweifeln geplagt und mit einem beißenden Auto-Sarkasmus begabt, mit dem sie sich selbst als eine „verkrüppelte jüdische Lesbe“ verlachte.



Das zweite Gedicht im folgenden Beitrag stammt von ihr. Nicht von Paul Bowles. Denn der war erst später zu einem erfolgreichen Autor geworden. Zuerst war er ein erfolgreicher Komponist, der u.a. bei Aaron Copland studiert hatte. 56 Stücke umfasst die Liste seiner Kompositionen in Wikipedia, von einer Sonate, die er als 21-Jähriger schrieb, bis zu Balletten und Opern.



Die Lieder im folgenden Stück sind eigene Kompositionen von Paul Bowles. Die Texte sind von Tennessee Williams und Jane Bowles. Eingespielt und gesungen von dem Mainzer Pianisten Jens Barnieck und der Mezzosopranistin und Wagnersängerin Julia Oesch aus Frankenthal.



Informationen zu Vita und Werk von Paul Bowles 



finden Sie unter 



https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Englisch, aber umfangreicher und mit Bild )



https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Bowles ( in Deutsch )



zu einem Bild von Jane und Paul Bowles ( https://www.vol1brooklyn.com/wp-content/uploads/2014/02/jane_paul_bowles.jpg )]]></itunes:summary>
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Den Namen haben Sie noch nie gehört? Doch, doch! Sie haben es nur vergessen! Es ist der Autor des Romans „Himmel über der Wüste“, den Bertolucci 1990 verfilmt hat; und den Sie wahrscheinlich gesehen haben?



Er hat noch viel mehr geschrieben: 17 Bände mit Short-Storys, 7 Romane, 4 Gedichtbände und sehr viel übersetzt. „Himmel über der Wüste“, im Original, „The Sheltering Sky“, war sein erster Roman. Geschrieben hat er ihn 1947/48 in Tanger, wohin ihm bald etliche Autoren folgten: Tennessee Williams, Truman Capote, William S. Burroughs, Jack Kerouac, Allen Ginsberg und andere. Deshalb gilt er als wichtiger Vorreiter der Autoren der Beat-Generation.



Die Erklärung für den etwas anrüchigen Titel dieses Extras: Marokko war damals nicht nur billig und warm, sondern auch die Jungs in Tanger. Und Paul Bowles war nicht nur bisexuell, sondern auch mit einer lesbischen Schriftstellerin verheiratet, die zumindest was ihn ]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Natur als Quelle der FreiheitGeorg Forster: „Ansichten vom Niederrhein“</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-natur-als-quelle-der-freiheitgeorg-forster-ansichten-vom-niederrhein/</link>
	<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mit Captain Cook die Welt umrundet hatte. Da war er gerade mal Siebzehn.</p>



<p>Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.</p>



<p>Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).</p>



<p>Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.</p>



<p>Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.</p>





<h4>Aus der Werbung des Aufbau Verlags</h4>



<p>Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.</p>



<p>Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.</p>



<p>„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.aufbau-verlage.de/bic/media/widget/9783847700180" target="_blank">Link des Verlags zum Buch mit Vorschau</a></p>





<h4>Biographie Georg Forster</h4>



<p>Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html" target="_blank">https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html</a> (aus: Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V.)</p>



<p>sowie bei
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster</a>
</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mi]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Es war der Dummheit und der Ignoranz unserer Lehrer geschuldet, dass wir in der Schulzeit unserer Generation, die Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger Jahre Abitur machten, kein Wort, noch nicht einmal den Namen jenes Mannes gehört hatten, der 1772 mit Captain Cook die Welt umrundet hatte. Da war er gerade mal Siebzehn.</p>



<p>Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.</p>



<p>Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).</p>



<p>Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.</p>



<p>Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.</p>





<h4>Aus der Werbung des Aufbau Verlags</h4>



<p>Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.</p>



<p>Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.</p>



<p>„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.aufbau-verlage.de/bic/media/widget/9783847700180" target="_blank">Link des Verlags zum Buch mit Vorschau</a></p>





<h4>Biographie Georg Forster</h4>



<p>Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html" target="_blank">https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html</a> (aus: Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V.)</p>



<p>sowie bei
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Forster</a>
</p>]]></content:encoded>
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Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.



Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angliederung der ersten deutschen Republik an das Frankreich der französischen Revolution zu betreiben, der bis zu seinem frühen Tod 1794 in Paris überzeugter Jakobiner und Revolutionär blieb. (Ach so, daher wehte der Wind! Weshalb er in der BRD nicht auf den Lehrplänen stand und erst ab Mitte der Siebziger Jahre ganz langsam wiederentdeckt wurde).



Im Frühjahr 1790, also vor 235 Jahren, unternahm Georg Forster mit dem jungen Alexander von Humboldt eine große Reise, die ins Rheinland, in die Österreichischen Niederlande, nach Holland, England und Paris führte. 1794 erschien das dreibändige Buch über diese Reise unter dem Titel „Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 1790“.



Daraus lese ich Ihnen die Passagen vor, die im heutigen Rheinland-Pfalz spielen.





Aus der Werbung des Aufbau Verlags



Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten.



Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat. Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.



„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster



Link des Verlags zum Buch mit Vorschau





Biographie Georg Forster



Umfangreiche Informationen zur Biographie und zu den Werken von Georg Forster finden sie bei:
https://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/biographien/forster-georg.html (aus: Institut ]]></itunes:summary>
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Der mit seinen verständnisvollen, schon vor 250 Jahren ganz ohne eurozentristische, ohne imperiale und rassistische Beschreibungen fremder Völker die Ethnologie begründete. Der als Naturwissenschaftler Länder und Meere, Tiere und Pflanzen erstmals beschrieb und zum Wegbegleiter, Freund und Inspirator Humboldts wurde. Der mit den lebendigen, anschaulichen und bildstarken Beschreibungen seines Stils die moderne Reiseliteratur begründet hat.



Der 1792 maßgeblich an der Gründung der Mainzer Republik beteiligt und Vize-Präsident der provisorischen Verwaltung war; der als Abgeordneter des ersten demokratischen Parlaments in Deutschland nach Paris reiste, um die Angli]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel</title>
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	<pubDate>Sun, 02 Nov 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
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	<description><![CDATA[<p>Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).</p>



<p>Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.</p>



<p>Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.</p>



<p>Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.</p>





<h4>Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)</h4>



<p>Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.</p>



<p>Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.</p>



<p>In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.</p>



<p>Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 erhielt Witzel 2012 den Robert-Gernhardt-Preis. 2015 wurde der fertiggestellte Roman mit der folgenden Begründung mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet:[1][2][3]
Frank Witzel 2017</p>



<p>„Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“</p>



<p>– Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises 2015[4]
2018 schrieb Witzel unter dem Titel Stahnke eine fünfzehnteilige Hörspielserie für den Bayerischen Rundfunk. In einer Pilotfolge von 50 Minuten, deren Beginn auf den Romananfang von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften anspielt, und vierzehn Folgen von jeweils knapp einer halben Stunde erzählt sie von dem Architekten Stahnke, der im Auftrag der Firma IGWT durch die Provinz der Bundesrepublik fährt, um in Kleinstädten Möglichkeiten für Bauprojekte zu erkunden. Er analysiert dabei nicht nur die baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte, sondern auch Sozialstruktur und politische Machtverhältnisse. Stahnke ahnt, dass diese Bauprojekte reihenweise scheitern und mitunter sogar die Gemeinden in den Ruin treiben werden. Als eine Reihe mysteriöser Morde die Gegend erschüttert, die er jüngst für seine Standort-Evaluationen bereiste, gerät er ins Visier des ermittelnden Kommissars.[5]
Zusammen mit Uwe Timm nahm Witzel 2018 die Tübinger Poetik-Dozentur wahr, gemeinsam mit Ingo Schulze 2021/22 die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2021 wurde Witzel der Erich-Fried-Preis zuerkannt;[6] 2022 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[7] 2024 wurde die Oper Dora von Bernhard Lang, Libretto Frank Witzel, aufgeführt an der Staatsoper Stuttgart, bei der internationalen Kritikerumfrage der Opernwelt zur "Uraufführung des Jahres" gewählt.[8] 2024 wurde sein Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus mit dem Wortmeldungen-Ulrike Crespo Literaturpreis ausgezeichnet.[9] 2025 erhält Witzel für sein Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis[10].</p>



<p>(Quelle und weitergehende Infos:<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze</a>l (Stand_ 31.10.2025)</p>





<p><a href="http://www.frankwitzel.de/" data-type="URL" data-id="http://www.frankwitzel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Homepage von Frank Witzel</a></p>



<h4>Frank Witzel und seine Bücher bei Mattes&amp;Seitz </h4>



<p><strong>Frank Witzel</strong></p>



<p>Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus.

<a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" data-type="URL" data-id="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu den Infos und allen Büchern von Frank Witzel beim Verlag Mattes&amp;Seitz </a></p>



<h4>Joseph-Breitbach-Preis</h4>



<p>Nach dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der in Koblenz geboren, in Paris gelebt hat, verleiht die Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach alljährlich einen Literaturpreis. Er trägt den Namen Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mit diesem Preis sollen deutschsprachige Werke aller Literaturgattungen ausgezeichnet werden. Der Preis wird seit 2003 in der Geburtsstadt Joseph Breitbachs, in Koblenz, verliehen. Seit 2004 wird nur ein Preisträger ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt zur Zeit 50.000 Euro.</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Am 12. November 2025 wird Frank Witzel 70 Jahre alt. Sein größtes Geburtstagsgeschenk erhielt er allerdings schon im September: 50.000 Euro mit der Verleihung des Joseph-Breitbach-Preises in Koblenz. Denn von dort stammt der Schriftsteller, Publizist und Investor Joseph Breitbach (1903-1980).</p>



<p>Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.</p>



<p>Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.</p>



<p>Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.</p>





<h4>Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)</h4>



<p>Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.</p>



<p>Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.</p>



<p>In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.</p>



<p>Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
Für sein Romanprojekt Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 erhielt Witzel 2012 den Robert-Gernhardt-Preis. 2015 wurde der fertiggestellte Roman mit der folgenden Begründung mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet:[1][2][3]
Frank Witzel 2017</p>



<p>„Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“</p>



<p>– Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises 2015[4]
2018 schrieb Witzel unter dem Titel Stahnke eine fünfzehnteilige Hörspielserie für den Bayerischen Rundfunk. In einer Pilotfolge von 50 Minuten, deren Beginn auf den Romananfang von Robert Musils Mann ohne Eigenschaften anspielt, und vierzehn Folgen von jeweils knapp einer halben Stunde erzählt sie von dem Architekten Stahnke, der im Auftrag der Firma IGWT durch die Provinz der Bundesrepublik fährt, um in Kleinstädten Möglichkeiten für Bauprojekte zu erkunden. Er analysiert dabei nicht nur die baulichen Gegebenheiten der jeweiligen Orte, sondern auch Sozialstruktur und politische Machtverhältnisse. Stahnke ahnt, dass diese Bauprojekte reihenweise scheitern und mitunter sogar die Gemeinden in den Ruin treiben werden. Als eine Reihe mysteriöser Morde die Gegend erschüttert, die er jüngst für seine Standort-Evaluationen bereiste, gerät er ins Visier des ermittelnden Kommissars.[5]
Zusammen mit Uwe Timm nahm Witzel 2018 die Tübinger Poetik-Dozentur wahr, gemeinsam mit Ingo Schulze 2021/22 die Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. 2021 wurde Witzel der Erich-Fried-Preis zuerkannt;[6] 2022 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen.[7] 2024 wurde die Oper Dora von Bernhard Lang, Libretto Frank Witzel, aufgeführt an der Staatsoper Stuttgart, bei der internationalen Kritikerumfrage der Opernwelt zur "Uraufführung des Jahres" gewählt.[8] 2024 wurde sein Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus mit dem Wortmeldungen-Ulrike Crespo Literaturpreis ausgezeichnet.[9] 2025 erhält Witzel für sein Gesamtwerk den Joseph-Breitbach-Preis[10].</p>



<p>(Quelle und weitergehende Infos:<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Witze</a>l (Stand_ 31.10.2025)</p>





<p><a href="http://www.frankwitzel.de/" data-type="URL" data-id="http://www.frankwitzel.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Homepage von Frank Witzel</a></p>



<h4>Frank Witzel und seine Bücher bei Mattes&amp;Seitz </h4>



<p><strong>Frank Witzel</strong></p>



<p>Frank Witzel veröffentlichte seit seinem ersten Lyrikband 1978 mehr als ein Dutzend Bücher, darunter den Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969, für den er den Deutschen Buchpreis 2015 erhielt. Für das gleichnamige Hörspiel gewann er den Deutschen Hörspielpreis 2017. Für seinen Roman Direkt danach und kurz davor war er für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2017 nominiert, mit seinem Roman Inniger Schiffbruch war er 2020 erneut auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Er hatte die Poetikdozentur der Universitäten Heidelberg, Tübingen und Paderborn inne und war 2017/2018 Inhaber der Friederichs-Stiftungsprofessur an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Von seinen zahlreichen Hörspielen ist die vom BR 2018 produzierte Hörspielserie Stahnke, und das zuletzt 2024 vom HR gesendete Hörspiel Gerhart Preßler – Ein Leben im Ton, alle in der Regie von Leonhard Koppelmann, zu nennen. Die in Stuttgart aufgeführte Oper Dora von Bernhard Lang, für die Witzel das Libretto schrieb, wurde 2024 zur Uraufführung des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Witzel den Crespo Wortmeldungen Literaturpreis für seinen Essay Die Möglichkeit einer Micky Maus.

<a href="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" data-type="URL" data-id="https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/frank-witzel.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zu den Infos und allen Büchern von Frank Witzel beim Verlag Mattes&amp;Seitz </a></p>



<h4>Joseph-Breitbach-Preis</h4>



<p>Nach dem Willen des am 9. Mai 1980 in München verstorbenen Schriftstellers Joseph Breitbach, der in Koblenz geboren, in Paris gelebt hat, verleiht die Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur gemeinsam mit der Stiftung Joseph Breitbach alljährlich einen Literaturpreis. Er trägt den Namen Joseph-Breitbach-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Mit diesem Preis sollen deutschsprachige Werke aller Literaturgattungen ausgezeichnet werden. Der Preis wird seit 2003 in der Geburtsstadt Joseph Breitbachs, in Koblenz, verliehen. Seit 2004 wird nur ein Preisträger ausgezeichnet. Die Preissumme beträgt zur Zeit 50.000 Euro.</p>]]></content:encoded>
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Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.



Das gilt auch für sein Hauptwerk, für das er 2015 den Deutschen Buchpreis erhielt: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist ein 800 Seiten starkes Textkonvolut, „ ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt“, das durch viele literarischen Formen streunt: Erzählungen über das Erwachsenwerden eines Dreizehnjährigen in Wiesbaden, imaginierte Verhöre, Protokolle, innere Monologe, philosophische und psychologische Erörterungen, Action, Essay und Wahnvorstellungen. Eine „Mischung aus Wahn und Witz, formaler Wagemut und zeitgeschichtliche Panoramen…einzigartig in der deutschen Literatur, ein genialisches Sprachkunstwerk…ein großer Steinbruch, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia“.
Und – möchte ich hinzufügen – ein Buch, das zu Unrecht als schwerer Lesestoff bezeichnet wird, sondern höchst vergnüglich herz- und hirnerhellend ist für alle die sich darauf einlassen.



Daraus wird Frank Witzel im folgenden Extra lesen, nachdem ihn Mareike Gries in einem Interview zu Leben, Werk und Breitbach-Preis befragt hat.





Biografie Frank Witzel (aus Wkipedia)



Frank Witzel (* 12. November 1955 in Wiesbaden) ist ein deutscher Schriftsteller, Illustrator, Radiomoderator und Musiker. Er lebt in Offenbach am Main und in Berlin.



Witzel absolvierte nach der Schule zunächst eine musikalische Ausbildung am Konservatorium Wiesbaden. Bereits in seiner Kindheit lernte er Klavier, Cello und klassische Gitarre. Ab 1975 veröffentlichte Witzel Gedichte in alternativen Literaturzeitschriften wie Die Gießkanne, Das Nachtcafé, TJA oder Machwerk. Sein erster Gedichtband Stille Tage in Cliché erschien bei Nautilus 1978.



In seinem Roman Bluemoon Baby (2001) erzählt Witzel die Geschichte des in Mittelhessen lebenden Gymnasiallehrers Hugo Rhäs, die sich mit anderen Handlungssträngen – etwa dem bizarren Auftritt des knochenlosen Spions Douglas Douglas Jr. in Wisconsin – überschneidet. Dabei verknüpft Witzel moderne Verschwörungstheorien mit Elementen des Spionageromans, durchsetzt von Anspielungen auf Popkultur und Literatur: Die dekonstruktivistische Theorie Jacques Derridas hat ebenso ihren Auftritt wie Heinrich Böll oder William S. Burroughs.



Auch im folgenden Roman Revolution und Heimarbeit (2003) kombiniert Witzel Verschwörungstheorien – wie etwa die angeblich bloß simulierte Mondlandung im Jahr 1969 – mit grotesken Ereignissen, Kapitalismuskritik und Freakshow-Elementen. Es treten folgende Protagonisten auf: eine kambodschanische Teletubbie-Schauspielerin, eine Mennonitin, ein Kleinkrimineller, ein Reliquiendealer, ein Werbetexter und ein Journalist, der eine Geschichte zu konstruieren versucht und dabei das Prinzip der Faktizität und Objektivität ad absurdum führt. Mit diesen Themen- und Figurenkonstellationen steht Witzel in der Tradition Thomas Pynchons, der die Kombination von Popkultur, Paranoia und philosophischen Diskursen in der Literatur maßgeblich beeinflusst hat.
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		<title>Extra: Joseph-Breitbach-Preis für Frank Witzel</title>
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Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach und Berlin. Und er ist ein höchst vielfältiger Künstler: Schriftsteller, Musiker, Komponist und Zeichner. Er illustrierte und gestaltete seine eigenen Bücher und die anderer. Er ist ein klassisch ausgebildeter Musiker, der für seine Hörspiele die Musik selbst schreibt, aber auch andere Musikstück komponiert und das Libretto zu der Oper „Dora“ verfasst hat. Vor allem aber ist er Autor von Gedichtbänden, Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Genres, deren Mischformen zwischen Essay, Experiment, Betrachtung, politische, psychologische und philosophische Überlegungen in keine Schubladen passen.



Das gilt auch für sein Hauptwerk, ]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: HimmelbrandZum Tod des saarländischen Autors Gerhard Tänzer im August 2025 mit Ralph Schock</title>
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	<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
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	<description><![CDATA[<p>Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.</p>



<p>Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.</p>



<h4>Gerhard Tänzer</h4>



<p>geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.</p>



<p><strong>Weitere Werke:</strong></p>



<p>Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987</p>



<p>Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth</p>



<p>Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.</p>]]></description>
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<p>Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.</p>



<h4>Gerhard Tänzer</h4>



<p>geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.</p>



<p><strong>Weitere Werke:</strong></p>



<p>Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987</p>



<p>Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth</p>



<p>Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.</p>]]></content:encoded>
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	<itunes:summary><![CDATA[Gerhard Tänzer wurde 1937 in Nordhausen am Harz geboren. 1955 siedelte er in die BRD über. In Göttingen studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Bis 2000 unterrichte er als Gymnasiallehrer in Saarlouis, wo er am 12. August 2025 starb.



Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.



Gerhard Tänzer



geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Lehrer an einem Gymnasium in Saarlouis. Tänzer debütierte 1979 als Lyriker („Hier und anderswo“), er verfasste später auch konkrete Poesie, Theaterstücke, Hörspiele und Erinnerungsbände, vor allem über seine Herkunft im Harz. 2003 schrieb er den Text des offiziellen Saarlandlieds.



Weitere Werke:



Schönes Blumenfeld. Kleine erotische Versschule. Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1985. Erweiterte Neuausgabe: Frankfurt 1988, S. Fischer-Verlag.
CRICRI. Konkrete Poesie. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Sommerreise = Voyage d'été. Gedichte, deutsch-französisch, mit Zeichnungen von Aloys Ohlmann, Editions Voix, Metz 1992.
Das Land vor Augen. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999.
Landstücke = Paysages. Gedichte, deutsch-französisch, mit Holzschnitten von Gabriele Eickhoff. Conte Verlag, Saarbrücken 2006.
Fischer, wie hoch ist das Wasser? Gedichte und Bilder. Selbstverlag, Überherrn 2012.
Himmelbrand – Erinnerung einer Kindheit und Jugend. Conte Verlag, Saarbrücken u. St. Ingbert 2012.
Frouwe, frouwe, frouwe mîn!“ Thüringische Minnelieder. Übertragen von Gerhard Tänzer. Quartus-Verlag, Bucha bei Jena 2005.
Die Nachtwache - Drei kleine Stücke. Queißer Verlagsgesellschaft, Lebach 1987.
Am Ende des Parks. Hörspiel, SR 1981
Eine alte Geschichte. Hörspiel, SR 1987



Mitgewinner des Theaterstück-Wettbewerb „Spielzeit-Zeitspiel“, 1984, Bayreuth



Kulturpreis für Kunst und Wissenschaft 1999 des Landkreises Saarlouis.]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: HimmelbrandZum Tod des saarländischen Autors Gerhard Tänzer im August 2025 mit Ralph Schock</title>
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Ab 1970 veröffentlichte Gerhard Tänzer Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, seit 1979 publizierte er elf Gedichtbände, drei Theaterstücke und zwei Hörspiele.
Seine Erzählung „Himmelbrand“ mit Erinnerungen an Jugend und Kindheit ist Thema des folgenden Gesprächs mit Ralph Schock.



Gerhard Tänzer



geb. 18.3.1937 in Nordhausen, gestorben 12.8.2025 in Saarlouis.
Nach dem Schulabschluss in seiner Geburtsstadt siedelte Tänzer 1955 nach Westdeutschland über, da er in der DDR keinen Studienplatz erhielt. Von 1956 bis 1962 studierte er in Göttingen Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Danach war Tänzer zunächst einige Jahre im niedersächsischen Schuldienst tätig, von 1967 bis zu seiner Rente im Jahre 2000 arbeitete er als Leh]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Schatten unter SchattenDie Konzentrationslager überlebt – Im Konzentrationslager gestorben: Der absurde Tod von Robert Desnos, geb. am 4.7.1900 in Paris &#8211; gest. am 8.6.1945 im KZ Theresienstadt</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-schatten-unter-schattendie-konzentrationslager-ueberlebt-im-konzentrationslager-gestorben-der-absurde-tod-von-robert-desnos-geb-am-4-7-1900-in-paris-gest-am-8-6-1945-im-kz-there/</link>
	<pubDate>Sun, 01 Jun 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und Krankheiten - und zuweilen auch unglückliche Lieben. Man schaue sich nur mal die Geburts- und Todesdaten in Enzenbergers Anthologie „Museum der Modernen Poesie“ an.</p>



<p>Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.</p>



<p>Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.</p>



<h4>Robert Desnos 1924</h4>



<p>Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.</p>



Leben



<p>Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]</p>



<p>Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.</p>





<p>In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.</p>



<p>In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion in Flöha, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, zu leisten. Schließlich wurde er nach Theresienstadt gebracht. Er erkrankte an Typhus und starb wenige Wochen nach der Befreiung des Konzentrationslagers.</p>



<p>(Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>





Werke



<p>• Deuil pour deuil, Gedichte, 1924
• La Liberté ou l’amour, Paris 1927
• L’étoile de mer, Film, 1928 (gemeinsam mit Man Ray)
• Corps et biens, Gedichte 1921–1929, Paris 1930
• Sans-cou, Gedichte, 1934
• La cantate pour l’inauguration du Musée de l’Homme, Kantate, 1937 (gemeinsam mit Darius Milhaud)
• Fortunes, Gedichte, Paris 1942
• Le vin est tiré, Roman, Paris 1943
• État de veille, Gedichte, 1943; postum veröffentlicht
• Choix de poèmes, Gedichte, 1946
• Ouvres posthumes, Gedichte, 1947
• Domaine public, Gedichte, 1953
Einige Ausgaben/Auswahlbände auf Deutsch siehe Weblink Nationalbibliothek</p>



Literatur über Desnos



<p>• Pierre Berger: Robert Desnos. Paris 1949.
• André Bessière: Destination Auschwitz avec Robert Desnos. Paris 2001, ISBN 2-7475-0180-9.
• Rosa Buchole: L’évolution poétique de Robert Desnos. Brüssel 1956.
• Mary Ann Caws: The surrealist voice of Desnos. USA 1977.
• H. L. Davis: Robert Desnos: Une voix, un chant, un cri. 1981.
• Dominique Desanti: Robert Desnos: le roman d’une vie. Mercure de France, 1999.
• Marie-Claire Dumas: Robert Desnos ou l’exploration des limites. 1980.
• Marie-Claire Dumas: Moi qui suis Desnos. 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Cahier de l’Herne. Sondernummer Desnos, 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Robert Desnos, le poète libre. Éditions Indigo/Université de Picardie Jules Verne, 2007.
• Anne Egger: Robert Desnos. Éditions Fayard, 2007.
• Ilja Ehrenburg: Menschen – Jahre – Leben. (Memoiren), München 1962, Sonderausgabe München 1965, Band II 1923–1941, Seite 173–179 (Porträt), ISBN 3-463-00512-3.
• Michel Murat: Robert Desnos: les grands jours du poète. Paris 1988.
• Reinhard J. A. Pohl: Die Metamorphosen des negativen Helden … Desnos. Hamburg 1977.
• Werner Streletz: Der freieste aller Dichter : unterwegs mit Robert Desnos : Novelle. Bochum: Projektverlag, 2017</p>



Weblinks



<p>Commons: Robert Desnos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Robert Desnos im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Robert Desnos in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Association des amis de Robert Desnos, gegründet 1984 (französisch).</p>



<p>(Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und ]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die meisten Gedichte traurig sind, ist ein eher banaler Befund. Weniger banal als bitter ist die Tatsache, dass die Dichter der Moderne zwischen 1850 und 1950 oft ein trauriges und kurzes Leben hatten. Dafür sorgten Kriege, Lager, Armut, Hunger und Krankheiten - und zuweilen auch unglückliche Lieben. Man schaue sich nur mal die Geburts- und Todesdaten in Enzenbergers Anthologie „Museum der Modernen Poesie“ an.</p>



<p>Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.</p>



<p>Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.</p>



<h4>Robert Desnos 1924</h4>



<p>Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.</p>



Leben



<p>Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]</p>



<p>Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.</p>





<p>In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.</p>



<p>In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion in Flöha, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, zu leisten. Schließlich wurde er nach Theresienstadt gebracht. Er erkrankte an Typhus und starb wenige Wochen nach der Befreiung des Konzentrationslagers.</p>



<p>(Quelle: <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos" target="_blank">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>





Werke



<p>• Deuil pour deuil, Gedichte, 1924
• La Liberté ou l’amour, Paris 1927
• L’étoile de mer, Film, 1928 (gemeinsam mit Man Ray)
• Corps et biens, Gedichte 1921–1929, Paris 1930
• Sans-cou, Gedichte, 1934
• La cantate pour l’inauguration du Musée de l’Homme, Kantate, 1937 (gemeinsam mit Darius Milhaud)
• Fortunes, Gedichte, Paris 1942
• Le vin est tiré, Roman, Paris 1943
• État de veille, Gedichte, 1943; postum veröffentlicht
• Choix de poèmes, Gedichte, 1946
• Ouvres posthumes, Gedichte, 1947
• Domaine public, Gedichte, 1953
Einige Ausgaben/Auswahlbände auf Deutsch siehe Weblink Nationalbibliothek</p>



Literatur über Desnos



<p>• Pierre Berger: Robert Desnos. Paris 1949.
• André Bessière: Destination Auschwitz avec Robert Desnos. Paris 2001, ISBN 2-7475-0180-9.
• Rosa Buchole: L’évolution poétique de Robert Desnos. Brüssel 1956.
• Mary Ann Caws: The surrealist voice of Desnos. USA 1977.
• H. L. Davis: Robert Desnos: Une voix, un chant, un cri. 1981.
• Dominique Desanti: Robert Desnos: le roman d’une vie. Mercure de France, 1999.
• Marie-Claire Dumas: Robert Desnos ou l’exploration des limites. 1980.
• Marie-Claire Dumas: Moi qui suis Desnos. 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Cahier de l’Herne. Sondernummer Desnos, 1987.
• Marie-Claire Dumas (Hrsg.): Robert Desnos, le poète libre. Éditions Indigo/Université de Picardie Jules Verne, 2007.
• Anne Egger: Robert Desnos. Éditions Fayard, 2007.
• Ilja Ehrenburg: Menschen – Jahre – Leben. (Memoiren), München 1962, Sonderausgabe München 1965, Band II 1923–1941, Seite 173–179 (Porträt), ISBN 3-463-00512-3.
• Michel Murat: Robert Desnos: les grands jours du poète. Paris 1988.
• Reinhard J. A. Pohl: Die Metamorphosen des negativen Helden … Desnos. Hamburg 1977.
• Werner Streletz: Der freieste aller Dichter : unterwegs mit Robert Desnos : Novelle. Bochum: Projektverlag, 2017</p>



Weblinks



<p>Commons: Robert Desnos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Literatur von und über Robert Desnos im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
• Werke von und über Robert Desnos in der Deutschen Digitalen Bibliothek
• Association des amis de Robert Desnos, gegründet 1984 (französisch).</p>



<p>(Quelle: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos">https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Desnos</a>)</p>]]></content:encoded>
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Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.



Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor er dort an Fleckfieber starb, schrieb er angeblich sein berühmtestes Gedicht: Eine Behauptung und eine Versfassung, die vermutlich eine Fälschung sind. Echt allerdings ist sein Gedicht, das wohl die Vorlage dafür war.



Robert Desnos 1924



Robert Desnos [ʁɔˈbɛ(ː)ʁ dɛsˈno(ː)s][1] (* 4. Juli 1900 in Paris; † 8. Juni 1945 in Theresienstadt) war ein französischer Schriftsteller, Journalist und Widerstandskämpfer. Beeinflusst insbesondere von Gérard de Nerval und Charles Baudelaire[2], verfasste er vorwiegend Lyrik. Zu seinen Hauptthemen zählte die Liebe. Ilya Ehrenburg[3] zitiert zustimmend Paul Éluard: „Von allen Dichtern, die ich kannte, war Desnos der unmittelbarste, der freiste; er war ein Dichter, den niemals die Inspiration verließ; er konnte sprechen, wie kaum ein Dichter schreiben kann. Er war der Tapferste von allen.“ Er wurde 1944 nach Deutschland deportiert und starb kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager.



Leben



Robert Desnos und seine Muse Youki Foujita, 1933 Gedenktafel an seinem Wohnhaus in Paris
Desnos verließ mit sechzehn Jahren sein kleinbürgerliches Elternhaus, schloss sich anarchistischen Kreisen an und ernährte sich von Gelegenheitsarbeiten. Nach dem Militärdienst in Marokko stieß der Nachwuchsschriftsteller 1919 zu den Pariser Dadaisten um Tristan Tzara, André Breton, Paul Éluard, Philippe Soupault, Max Ernst und Francis Picabia. In der „Zeit der Schlafzustände“ beschäftigte sich Desnos vordringlich mit der Erforschung des Unbewussten und fertigte Traumprotokolle an. Er lebte vor allem von journalistische Tätigkeiten; er schrieb u. a. für die surrealistische Zeitschrift La Révolution Surréaliste (zwölf Nummern, 1924–1929) und für Eugène Merles Paris-Matinal.[4]



Von André Breton im Zweiten Manifest des Surrealismus 1930 gemaßregelt, antwortete Desnos mit einem Beitrag im Anti-Breton-Pamphlet Un Cadavre (Ein Kadaver), an dem Georges Ribemont-Dessaignes, Georges Bataille, Jacques Prévert, Georges Limbour, Roger Vitrac, Antonin Artaud, Philippe Soupault, André Masson und Jacques-André Boiffard mitschrieben. Laut dem Romanisten Winfried Engler[5] setzte er sich damit von der surrealistischen „Ästhetik der Unverständlichkeit“ ab.[6] Ein weiterer Streitpunkt war die Kommunistische Partei, von der sich Desnos im Gegensatz zu Breton distanzierte.





In dieser Zeit lernte er Youki Foujita kennen, die Ehefrau von Tsuguharu Foujita, die seine Geliebte und später seine Frau wurde. Aus Überdruss am Zeitungsbetrieb wurde er 1931 Angestellter einer Wohnungsvermittlung.[7] Ab 1935 war er vorwiegend für den Hörfunk tätig. In der Zeitung Aujourd’hui polemisierte er gegen den rechtsstehenden Schriftsteller Louis-Ferdinand Céline.



In der Gruppe „Agir“[8] der französischen Widerstandsbewegung Résistance aktiv, wurde er im Februar 1944 aufgrund einer Denunziation von der deutschen Besatzungsmacht verhaftet und deportiert. Er durchlief die Konzentrationslager Auschwitz[8] und Buchenwald[8] und hatte Zwangsarbeit in der ]]></itunes:summary>
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Eine ganz besonders traurige, ja herzzerreißende Geschichte ist die vom Tod des französischen Robert Desnos im Konzentrationslager Theresienstadt. So absurd und surrealistisch und herzzerreißend traurig wie sie sich kein Autor ausgedacht hätte.



Der französische Dichter Robert Desnos gehörte zum inneren Kreis der Surrealisten. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die Résistance. 1944 wurde er von den Deutschen gefasst, deportiert und in mehrere Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte seine Befreiung im Lager Theresienstadt nur wenige Monate. Kurz bevor]]></googleplay:description>
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	<title>Folge 52: Die Langsamkeit der Liebe &#8211; Moritz Heger und seine Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/folge-52-die-langsamkeit-der-liebe-moritz-heger-und-seine-romane-aus-der-mitte-des-sees-und-zeit-der-zikaden/</link>
	<pubDate>Mon, 19 May 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.</p>



<p>Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.</p>



<p>Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.</p>



<p>Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.</p>





<h4>Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.</p>



<p>Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.</p>



<h4>Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.</p>



<p><strong>Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung</strong></p>



<p>Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.</p>



<p><strong>Silke Arning, SWR 2</strong></p>



<p>Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR</p>



<p>Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.</p>



<p><strong>Ulla Müller, Bayern 1</strong></p>





<h4>Verlagstext  „Zeit der Zikaden“</h4>



<p>Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.</p>





<h4>Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)</h4>



<p>Moritz Heger wurde 1971 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Mainz studierte er Freie Kunst (Malerei) in Saarbrücken. Bald wechselte er zu einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Evangelischen Theologie und Pädagogik in Mainz, das er mit dem Magister Artium und dem Staatsexamen abschloss. Moritz Heger war Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst. Neben dem Autorsein ist er Gymnasiallehrer und Jugendtheatermacher. Er lebt in Stuttgart.</p>



<p>Moritz Heger ist seit 2017 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e.V.
Er moderiert literarische Formate und leitet seit 2019 das Junge Schriftstellerhaus, drei Jahre lang zusammen mit Moritz Hildt, seit 2022 mit Regina Rechsteiner.</p>



<p>Für seine literarischen Texte wurde Moritz Heger mehrfach ausgezeichnet:
Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis 1996
Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz 2003
MDR-Literaturpreis und zugehöriger Publikumspreis 2007
Wortschatz Rheinland-Pfalz, 2. Platz, 2010
Irseer Pegasus, 2. Preis, 2012</p>



<p>2008 kam sein Roman In den Schnee im Verlag Jung und Jung heraus.</p>



<p>2021 erschien Moritz Hegers Roman Aus der Mitte des Sees bei Diogenes.
2024 folgte, ebenfalls im Diogenes Verlag, der Roman Die Zeit der Zikaden.</p>



<p>Moritz Heger ist in mehreren Diogenes-Anthologien vertreten, darunter Vom Glück allein und Großeltern, beide erschienen 2023.</p>



<p>Seine Theaterstücke vertritt der Kaiser Verlag.</p>



<p><a href="https://www.moritz-heger.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Webseite von Moritz Heger</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.



Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegang]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist 1971 in Stuttgart geboren und lebt schon lange wieder dort: Als Autor, Gymnasiallehrer, Jugendtheatermacher und 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses.</p>



<p>Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.</p>



<p>Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.</p>



<p>Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.</p>





<h4>Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.</p>



<p>Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.</p>



<h4>Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“</h4>



<p>Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.</p>



<p><strong>Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung</strong></p>



<p>Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.</p>



<p><strong>Silke Arning, SWR 2</strong></p>



<p>Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR</p>



<p>Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.</p>



<p><strong>Ulla Müller, Bayern 1</strong></p>





<h4>Verlagstext  „Zeit der Zikaden“</h4>



<p>Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.</p>





<h4>Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)</h4>



<p>Moritz Heger wurde 1971 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Mainz studierte er Freie Kunst (Malerei) in Saarbrücken. Bald wechselte er zu einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Evangelischen Theologie und Pädagogik in Mainz, das er mit dem Magister Artium und dem Staatsexamen abschloss. Moritz Heger war Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst. Neben dem Autorsein ist er Gymnasiallehrer und Jugendtheatermacher. Er lebt in Stuttgart.</p>



<p>Moritz Heger ist seit 2017 1. Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses e.V.
Er moderiert literarische Formate und leitet seit 2019 das Junge Schriftstellerhaus, drei Jahre lang zusammen mit Moritz Hildt, seit 2022 mit Regina Rechsteiner.</p>



<p>Für seine literarischen Texte wurde Moritz Heger mehrfach ausgezeichnet:
Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis 1996
Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz 2003
MDR-Literaturpreis und zugehöriger Publikumspreis 2007
Wortschatz Rheinland-Pfalz, 2. Platz, 2010
Irseer Pegasus, 2. Preis, 2012</p>



<p>2008 kam sein Roman In den Schnee im Verlag Jung und Jung heraus.</p>



<p>2021 erschien Moritz Hegers Roman Aus der Mitte des Sees bei Diogenes.
2024 folgte, ebenfalls im Diogenes Verlag, der Roman Die Zeit der Zikaden.</p>



<p>Moritz Heger ist in mehreren Diogenes-Anthologien vertreten, darunter Vom Glück allein und Großeltern, beide erschienen 2023.</p>



<p>Seine Theaterstücke vertritt der Kaiser Verlag.</p>



<p><a href="https://www.moritz-heger.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">zur Webseite von Moritz Heger</a></p>]]></content:encoded>
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Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.



Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.



Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der sich die Liebe zwischen den Protagonisten entwickelt.





Verlagstext zu „Aus der Mitte des Sees“



Ein Kloster - Sehnsuchtsort für eine Auszeit.
Und ein Ort, um die wesentlichen Dinge des Lebens zur Sprache zu bringen.
Eine Benediktinerabtei, idyllisch an einem See gelegen. Ihr Gastflügel ist gut besucht, doch die meisten Mönche nähern sich dem biblischen Alter. Gerade hat einer der jungen das Kloster verlassen und eine Familie gegründet. Seither stellt auch Lukas, Ende Dreißig, seinen Lebensweg in Frage. Da taucht Sarah auf, aufmerksam, zugewandt und körperlich. Die Mitbrüder drängen Lukas, die Leitung des Klosters zu übernehmen, doch auch das Leben lockt. Um zu einer Entscheidung zu finden, überlässt sich Lukas dem See: Beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.



Ein Buch der Unruhe, der Selbsterforschung, das Herz und Geist zum Schwingen bringt. In einer wunderbaren Prosa, die einen vielstimmigen Resonanzraum erschafft.



Pressestimmen zu „Aus der Mitte des Sees“



Wie handelt ein Mönch, der plötzlich lieben will? Weil die Fragen, die der Text aufwirft, so fundamental sind, kann er es in Sachen Spannung mit so manchem Thriller aufnehmen. Aus der Mitte des Sees ist eine Geschichte mit Tiefe über Glauben, Liebe, Gemeinschaft und Verpflichtung. Der Roman ist eine Auszeit, die noch lange im Gedächtnis bleibt.



Gina Arzdorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung



Vierzehn Tage, die in sehr dichter Form ein ganzes Leben in vielen Mosaikstücken bespiegeln und die vor allem um einen Ort kreisen: um den zum Kloster gehörenden Vulkansee, in dem Lukas seine Bahnen zieht. Aus der Mitte des Sees ist ein leiser Roman, sehr dicht gestrickt und dennoch voller offener Entwicklungsfäden. Die Wortkunst steckt in jedem Detail. Moritz Heger erweist sich als sensibler, genauer Beobachter. Ein Glück auch, dass der Autor seinem Helden nicht gestattet, Zuflucht zu den beliebten esoterischen Weisheiten zu nehmen.



Silke Arning, SWR 2



Das Reizvolle an diesem Roman: er plädiert für das sich Einlassen, auf das Neue und auf das Alte. Und er gewährt einen Blick in eine unvertraute Welt. Den Ausgang der Geschichte hätte man nicht für möglich gehalten.
Claudia Ingenhoven, MDR KULTUR



Ein unglaublich poetisches Buch, wie ein langes wunderschönes Gedicht, nur ohne Reim, dafür aber zwischendrin mit feinem Humor.



Ulla Müller, Bayern 1





Verlagstext  „Zeit der Zikaden“



Für Alex beginnt der Ruhestand. Doch statt Ruhe plant sie den Aufbruch ins Ungewisse: Mit einem Tinyhouse auf Rädern will sie alles Gewohnte hinter sich lassen. Johann, Mitte fünfzig, sucht den Ausbruch aus einem fragwürdig gewordenen Beruf und einer erkalteten Ehe. Ein ererbtes Steinhaus in Ligurien scheint ein guter Ort dafür zu sein. Alex folgt Johanns Einladung: Zwei nicht mehr junge und sehr verschiedene Menschen wollen an diesem Sehnsuchtsort die nächste Lebensetappe angehen.





Moritz Heger: Biografie, Bibliographie und Preise: (aus der Webseite von Moritz Heger)



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Aber er hat 20 Jahre in Mainz gelebt, ist hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat hier Germanistik, Theaterwissenschaften, Evangelische Theologie und Pädagogik studiert. Rheinland-Pfalz hat ihm die ersten Literaturpreise verliehen, den Förderpreis zum Joseph-Breitbach-Preis und den Literatur-Förderpreis der Stadt Mainz. Hier hat er seine ersten literarischen Texte verfasst und Kontakte in die Literaturszene geknüpft, zu einer Zeit in der Klaus Wiegerling das Mainzer Literaturbüro geleitet hat.



Deshalb darf dieser als Gesprächspartner in Folge 52 von Podcastliteratur.de nicht fehlen. Sie stellt Moritz Heger in Lesung und Gespräch vor am Beispiel seiner beiden jüngsten Romane „Aus der Mitte des Sees“ und „Zeit der Zikaden“.



Beide Bücher bestechen durch die besondere Langsamkeit und Achtsamkeit mit der]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: Von Genossen erschossen: Roque Dalton Dichter und Revolutionär (14.5.1935 – 10.5.1975)</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-von-genossen-erschossen-roque-dalton-dichter-und-revolutionaer-14-5-1935-10-5-1975/</link>
	<pubDate>Wed, 07 May 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>„Eran polvo, mas, ?polvo enamorado?“ – „Sie werden Staub sein, aber verliebter Staub?
Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“</p>



<p>Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.</p>



<p>Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.</p>



<p>Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.</p>



<p>Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“</p>





<h4>Werke</h4>



<p>• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.</p>



<p>Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roque_Dalton" target="_blank">Wikipedia</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[„Eran polvo, mas, ?polvo enamorado?“ – „Sie werden Staub sein, aber verliebter Staub?
Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das ]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>„Eran polvo, mas, ?polvo enamorado?“ – „Sie werden Staub sein, aber verliebter Staub?
Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“</p>



<p>Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.</p>



<p>Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.</p>



<p>Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.</p>



<p>Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“</p>





<h4>Werke</h4>



<p>• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.</p>



<p>Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roque_Dalton" target="_blank">Wikipedia</a></p>]]></content:encoded>
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Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“



Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.



Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die rechte Diktatur in El Salvador. Zweimal wurde er zum Tode verurteilt, zweimal entging er wie durch ein Wunder der Exekution. Nach Jahren des Exils kehrte er heimlich nach El Salvador zurück und schloss sich der Guerilla an. Am 10. Mai 1975 erschossen ihn die eigenen Genossen unter dem Vorwand ein Agent der CIA zu sein. Was in Wahrheit Folge eines Machtkampfs war.



Zu diesem ideologischen Machtkampf kam seine Persönlichkeit. Er war ein undogmatischer Charakter, mit schwarzem Humor, Ironie, Sarkasmus und Spott, mit offener Kritik, auch gegenüber den eigenen Genossen. Und die können, auch wir mussten diese Erfahrungen machen, das gar nicht gut ertragen. Roque Dalton thematisiert in seinen Gedichten die Konflikte in El Salvador. Sie reden von den politischen Auseinandersetzungen, von den sozialen Problemen, vom Elend der Unterdrückten.



Seine Lyrik markiert eine fundamentale Wende in der Literatur von Zentralamerika. Sie vollzieht eine ethische Wende, will politischen und sozialen Einfluss nehmen. Und sie vollzieht eine poetische Wende:„Poesia, perdoname por haberte hecho comprender/ que no estás hecha sólo de palabras“ – „Poesie, verzeih mir, das ich dir geholfen habe zu begreifen/ dass du nicht nur aus Wörtern gemacht bist!“





Werke



• Mía junto a los pájaros, 1957
• La ventana en el rostro, 1961
• El mar, 1962
• El turno del ofendido, 1962
• Los testimonios, 1964
• Poemas, 1968
• Taberna y otros lugares, 1969
• Los pequenos infiernos, 1970
Werke in deutscher Übersetzung
• Y otros lugares / Und andere Orte. Gedichte spanisch – deutsch. Stroemfeld Verlag, Basel 1981. ISBN 3-87877-143-6.
• Armer kleiner Dichter, der ich war. Roman. Rotpunktverlag, Zürich 1986. ISBN 3-85869-034-1.
• Poesiealbum 236. Verlag Neues Leben, Berlin 1987. ISBN 3-355-00515-0.
• Ich träumte von Schlangen (Una experiencia personal), in: Carlos Rincón (Hg.): Erkundungen. 50 Erzähler aus Mittelamerika, Berlin (Verlag Volk und Welt) 1988, S. 280–289.
• Däumlings verbotene Geschichten. Rotpunktverlag, Zürich 1989. ISBN 3-85869-054-6.
• Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler. Das Jahrhundert des Miguel Mármol. Rotpunktverlag, Zürich 1997. ISBN 3-85869-072-4.
Film
• Tina Leisch: Roque Dalton. ¡Fusilemos la noche!, Let's shoot the night!, Erschiessen wir die Nacht!, Österreich, El Salvador, Cuba 2013, 86 min.



Diese und weitere Infos zu Roque Dalton finden Sie bei Wikipedia]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: Von Genossen erschossen: Roque Dalton Dichter und Revolutionär (14.5.1935 – 10.5.1975)</title>
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	<itunes:author><![CDATA[Podcast Literatur]]></itunes:author>	<googleplay:description><![CDATA[„Eran polvo, mas, ?polvo enamorado?“ – „Sie werden Staub sein, aber verliebter Staub?
Mein Lieblingsgedicht von Roque Dalton. „Nach der Atombombe“ ist der Titel dieses Epigramms. Das mich immer wieder zu Karaoke anstiftet: Braucht man den Titel? Ist das nicht die wichtigste Frage nach jedem Tod? Und gilt das nicht für uns alle? Sollte es nicht noch besser lauten: „ Wir werden Staub sein. Aber Staub, der geliebt hat?“ „Seremos polvo, pero polvo amó?“



Noch ein Karaoke: „Wir werden Sternenstaub sein. Aber Sternenstaub, der geliebt hat?“
Das ihn mit dem nicaraguanischen Dichter Ernesto Cardenal verschmilzt, der mir als erster von Roque Dalton erzählt hat. Den sie damals alle kannten und verehrten. Damals, in den 1970er Jahren. Als sie in Nicaragua nicht ahnten, dass sie ein ähnliches Schicksal treffen würde: Kinder einer Revolution, die ihre Kinder fressen würde.



Roque Dalton wurde am 14. Mai 1935 in San Salvador geboren. Schon als junger Mann engagierte er sich politisch gegen die ]]></googleplay:description>
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	<title>Extra: „Vaterspuren“Zum 80. Geburtstag von Sigfrid Gauch am 9.3.25</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-vaterspurenzum-80-geburtstag-von-sigfrid-gauch-am-9-3-25/</link>
	<pubDate>Sat, 08 Mar 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Sigfrid Gauch wurde 1945 in Offenbach (Pfalz) geboren, machte in Kaiserslautern Abitur und studierte in Heidelberg und Mainz Pädagogik, Sonderpädagogik und Germanistik. Er war zunächst Lehrer an verschiedenen Schulen und arbeitete ab 1988 im rheinland-pfälzischen Kulturministerium.</p>



<p>Bis 2010 leitete er dort das Referat für Literaturförderung und Bibliothekswesen. Nicht zuletzt dank seiner Ideen und Initiativen erlebte die Literatur von Autorinnen und Autoren des Landes einen enormen Aufschwung in diesen Jahrzehnten: Wichtige Literaturpreise, Stipendien, das Künstlerhaus in Edenkoben und viele andere Förderungen der Literaturszene hat er mitentwickelt und begleitet. (Was heute teilweise wieder in Vergessenheit geraten ist oder bestritten wird. Doch ein Blick auf die Geschichte der Literaturszene des Landes und die Erstveröffentlichungsdaten rheinland-pfälzischer Autorinnen und Autoren von 1990 bis 2010 kann das belegen).</p>



<p>Aber darüber hinaus war Sigfrid Gauch auch selbst ein viel beachteter Autor: Sieben Gedichtbände, drei Romane, ein Band mit Erzählungen und Sachbücher enthält die Liste seiner Werke. Und sein allerwichtigstes Buch, das ins Englische und Hebräische übersetzt wurde und das Genre der Literatur über „Täter-Väter“ mitbegründet hat:</p>



<p>Sein Buch „Vaterspuren“, dessen Erstausgabe 1979 im Athenäum Verlag erschien und im Untertitel als „Erzählung“ ausgewiesen ist. Dabei ist es rein autobiografisch. Im strengsten Sinn würde ich es noch nicht einmal als „autofiktional“ bezeichnen. Denn auch die Gedanken und Mutmaßungen des Sohnes über seinen Vater Hermann Gauch, der im „Eichmann-Prozess als „Schreibtischmörder“ und „als einer der geistigen Urheber der Judenvernichtung“ genannt wurde, waren ja wirklich und nicht erfunden. Die Erinnerungen an einen Vater, der Adjutant Heinrich Himmlers war, Arzt und Rasseforscher, Ideologe und Autor wichtiger rassebiologischer und altgermanischer Kulturtheorien, Nazi seit seinem Eintritt 1922 in die NSDAP, Freikorpskämpfer und Reichsamtsleiter in der Reichsführung SS.</p>



<p>„Vaterspuren“ bedeutet: „Aufspüren des Situationen und Motivationen seines Lebens, aber auch Spuren und Narben, die der Vater im Leben seines Sohnes und dem der Nazijahre hinterlassen hat.“ So steht es im Klappentext der Erstausgabe von 1979.</p>



<p>Und das ist auch, was Sie in diesem Extra hören werden. Wobei Sie mit meiner Stimme vorlieb nehmen müssen. Denn im Vorgespräch erteilte mir Sigfrid Gauch zwar sein Einverständnis und alle Freiheiten, wollte sich aber selbst nicht beteiligen. Die folgende Lesung ist also mein subjektiver Streifzug durch die Erstausgabe des Buchs „Vaterspuren“ von Sigfrid Gauch. Mit knappen Angaben zu Seitenzahlen und Kontexten.</p>













<h4>Sigfrid Gauch</h4>



<p>Nach dem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium Kaiserslautern und einem Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Heidelberg und Mainz wurde er an der Universität Mainz in Deutscher Philologie mit der bei Prof. Dr. Erwin Rotermund entstandenen Dissertation Offene und verdeckte Schreibweisen im Literarischen Jakobinismus zum Dr. phil. promoviert; Lehrtätigkeiten an Schulen, Hochschulen und Universitäten, 1987 Lehrauftrag und Habilitationsangebot in Pädagogik an der Universität Gießen, bis 1999 Lehraufträge in Medienpädagogik und Literaturwissenschaft an der Universität Mainz; bis 1991 Oberstudienrat für Deutsch, Philosophie und Ethik an der Integrierten Gesamtschule Mainz, ab 1988 teilabgeordnet an das Kultusministerium Rheinland-Pfalz, wo er die Lehrerzeitschrift schule machen entwickelte (alleinige Redaktion 1988-1994), ab 1991 ebendort Referatsleiter; bis 2010 leitete er im Kulturministerium als Ministerialrat das Referat für Literaturförderung und Bibliotheken.</p>



<p>Zusammen mit Hans-Georg Meyer, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz, führte er von 1994 bis 2006 Deutsch-Israelisch-Palästinensische Autorentreffen durch, die vor allem auch politisch und kulturpolitisch weithin Aufsehen erregten: 1994 in Bad Kreuznach, 1995 in Givat Haviva in Israel, 1997 in Speyer, 2000 in Jericho in den Palästinensischen Autonomiegebieten, 2001 in Mainz, 2003 in Idar-Oberstein, 2004 in Landau, 2006 in Worms.</p>



<p>Sigfrid Gauch gehört dem PEN Zentrum Deutschland an und war seit der Zusammenlegung des west- und des ostdeutschen PEN-Zentrums zum „PEN-Zentrum Deutschland“ von 1998 bis 2004 Vorstandsmitglied, ab 2006 kommissarisch für den erkrankten Michael Klaus und nach der Wahl in Luxembourg 2007 bis 2009 Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragter.</p>



<p>Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände seit 1968, zuletzt Gegenlichter (2005). Neben der Monografie Friedrich Joseph Emerich – Ein deutscher Jakobiner (1986) publizierte er Goethes Foto und andere Erzählungen (1992) sowie die Romane Zweiter Hand (1987, 2. Aufl. 1997), Winterhafen (1999, 2. Aufl. 2011) und Schattenbilder (2012).</p>



<p>Mit dem 1979 erstmals erschienenen Buch Vaterspuren (bei Athenäum, 1982 als Suhrkamp-Taschenbuch) wurde Sigfrid Gauch international bekannt. Es wurde 2001 ins Hebräische (Ikwot Av) und 2002 ins Englische (Traces Of My Father) übersetzt. In überarbeiteter und um zwei Drittel erweiterter sechster Auflage erschien es 2005 im Verlag Brandes &amp; Apsel. Ergänzt wurde es 2010 durch die Veröffentlichung des Dokumentenbandes Fundsachen. Die Quellen zum Roman ‚Vaterspuren‘ (auch als E-Book 2013).</p>



<p>Mit dem 2012 publizierten Roman „Schattenbilder“ scheint die für das zwanzigste Jahrhundert exemplarische Familiengeschichte abgeschlossen zu sein: In den beiden starken Frauen, Großmutter und Mutter, die in dieser patriarchalisch dominierten Gesellschaft ihre Lebensträume nicht verwirklichen konnten, schildert er „zwei für diese Generationen typische Frauenschicksale“ („Die Rheinpfalz“). Der Roman ist zugleich eine Fortsetzung der „Vaterspuren“: das dort nur angedeutete Privatleben des „alten Doktors“, der SS-Arzt, Rasseforscher und zeitweise Adjutant Heinrich Himmlers war, spielt hier über die Zeit nach 1943 hinaus eine Rolle.</p>



<p>Der Autor ist zudem Herausgeber zahlreicher Anthologien (zuletzt Ein Regen aus Kieseln wird fallen. Texte aus dem Exil, 2009 und Einblicke. Berichte aus den Dichterwerkstätten, 2010) sowie des Jahrbuches für Literatur bei Brandes &amp; Apsel (17 Bände 1994 bis 2011).</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.sigfrid-gauch.de/biografie.html" target="_blank">zu Homepage von Sigfrid Gauch</a>
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sigfrid_Gauch" target="_blank" rel="noreferrer noopener">weitere Infos bei Wikipedia</a></p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Sigfrid Gauch wurde 1945 in Offenbach (Pfalz) geboren, machte in Kaiserslautern Abitur und studierte in Heidelberg und Mainz Pädagogik, Sonderpädagogik und Germanistik. Er war zunächst Lehrer an verschiedenen Schulen und arbeitete ab 1988 im rheinland-pf]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Sigfrid Gauch wurde 1945 in Offenbach (Pfalz) geboren, machte in Kaiserslautern Abitur und studierte in Heidelberg und Mainz Pädagogik, Sonderpädagogik und Germanistik. Er war zunächst Lehrer an verschiedenen Schulen und arbeitete ab 1988 im rheinland-pfälzischen Kulturministerium.</p>



<p>Bis 2010 leitete er dort das Referat für Literaturförderung und Bibliothekswesen. Nicht zuletzt dank seiner Ideen und Initiativen erlebte die Literatur von Autorinnen und Autoren des Landes einen enormen Aufschwung in diesen Jahrzehnten: Wichtige Literaturpreise, Stipendien, das Künstlerhaus in Edenkoben und viele andere Förderungen der Literaturszene hat er mitentwickelt und begleitet. (Was heute teilweise wieder in Vergessenheit geraten ist oder bestritten wird. Doch ein Blick auf die Geschichte der Literaturszene des Landes und die Erstveröffentlichungsdaten rheinland-pfälzischer Autorinnen und Autoren von 1990 bis 2010 kann das belegen).</p>



<p>Aber darüber hinaus war Sigfrid Gauch auch selbst ein viel beachteter Autor: Sieben Gedichtbände, drei Romane, ein Band mit Erzählungen und Sachbücher enthält die Liste seiner Werke. Und sein allerwichtigstes Buch, das ins Englische und Hebräische übersetzt wurde und das Genre der Literatur über „Täter-Väter“ mitbegründet hat:</p>



<p>Sein Buch „Vaterspuren“, dessen Erstausgabe 1979 im Athenäum Verlag erschien und im Untertitel als „Erzählung“ ausgewiesen ist. Dabei ist es rein autobiografisch. Im strengsten Sinn würde ich es noch nicht einmal als „autofiktional“ bezeichnen. Denn auch die Gedanken und Mutmaßungen des Sohnes über seinen Vater Hermann Gauch, der im „Eichmann-Prozess als „Schreibtischmörder“ und „als einer der geistigen Urheber der Judenvernichtung“ genannt wurde, waren ja wirklich und nicht erfunden. Die Erinnerungen an einen Vater, der Adjutant Heinrich Himmlers war, Arzt und Rasseforscher, Ideologe und Autor wichtiger rassebiologischer und altgermanischer Kulturtheorien, Nazi seit seinem Eintritt 1922 in die NSDAP, Freikorpskämpfer und Reichsamtsleiter in der Reichsführung SS.</p>



<p>„Vaterspuren“ bedeutet: „Aufspüren des Situationen und Motivationen seines Lebens, aber auch Spuren und Narben, die der Vater im Leben seines Sohnes und dem der Nazijahre hinterlassen hat.“ So steht es im Klappentext der Erstausgabe von 1979.</p>



<p>Und das ist auch, was Sie in diesem Extra hören werden. Wobei Sie mit meiner Stimme vorlieb nehmen müssen. Denn im Vorgespräch erteilte mir Sigfrid Gauch zwar sein Einverständnis und alle Freiheiten, wollte sich aber selbst nicht beteiligen. Die folgende Lesung ist also mein subjektiver Streifzug durch die Erstausgabe des Buchs „Vaterspuren“ von Sigfrid Gauch. Mit knappen Angaben zu Seitenzahlen und Kontexten.</p>













<h4>Sigfrid Gauch</h4>



<p>Nach dem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium Kaiserslautern und einem Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Heidelberg und Mainz wurde er an der Universität Mainz in Deutscher Philologie mit der bei Prof. Dr. Erwin Rotermund entstandenen Dissertation Offene und verdeckte Schreibweisen im Literarischen Jakobinismus zum Dr. phil. promoviert; Lehrtätigkeiten an Schulen, Hochschulen und Universitäten, 1987 Lehrauftrag und Habilitationsangebot in Pädagogik an der Universität Gießen, bis 1999 Lehraufträge in Medienpädagogik und Literaturwissenschaft an der Universität Mainz; bis 1991 Oberstudienrat für Deutsch, Philosophie und Ethik an der Integrierten Gesamtschule Mainz, ab 1988 teilabgeordnet an das Kultusministerium Rheinland-Pfalz, wo er die Lehrerzeitschrift schule machen entwickelte (alleinige Redaktion 1988-1994), ab 1991 ebendort Referatsleiter; bis 2010 leitete er im Kulturministerium als Ministerialrat das Referat für Literaturförderung und Bibliotheken.</p>



<p>Zusammen mit Hans-Georg Meyer, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz, führte er von 1994 bis 2006 Deutsch-Israelisch-Palästinensische Autorentreffen durch, die vor allem auch politisch und kulturpolitisch weithin Aufsehen erregten: 1994 in Bad Kreuznach, 1995 in Givat Haviva in Israel, 1997 in Speyer, 2000 in Jericho in den Palästinensischen Autonomiegebieten, 2001 in Mainz, 2003 in Idar-Oberstein, 2004 in Landau, 2006 in Worms.</p>



<p>Sigfrid Gauch gehört dem PEN Zentrum Deutschland an und war seit der Zusammenlegung des west- und des ostdeutschen PEN-Zentrums zum „PEN-Zentrum Deutschland“ von 1998 bis 2004 Vorstandsmitglied, ab 2006 kommissarisch für den erkrankten Michael Klaus und nach der Wahl in Luxembourg 2007 bis 2009 Vizepräsident und Writers-in-Exile-Beauftragter.</p>



<p>Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände seit 1968, zuletzt Gegenlichter (2005). Neben der Monografie Friedrich Joseph Emerich – Ein deutscher Jakobiner (1986) publizierte er Goethes Foto und andere Erzählungen (1992) sowie die Romane Zweiter Hand (1987, 2. Aufl. 1997), Winterhafen (1999, 2. Aufl. 2011) und Schattenbilder (2012).</p>



<p>Mit dem 1979 erstmals erschienenen Buch Vaterspuren (bei Athenäum, 1982 als Suhrkamp-Taschenbuch) wurde Sigfrid Gauch international bekannt. Es wurde 2001 ins Hebräische (Ikwot Av) und 2002 ins Englische (Traces Of My Father) übersetzt. In überarbeiteter und um zwei Drittel erweiterter sechster Auflage erschien es 2005 im Verlag Brandes &amp; Apsel. Ergänzt wurde es 2010 durch die Veröffentlichung des Dokumentenbandes Fundsachen. Die Quellen zum Roman ‚Vaterspuren‘ (auch als E-Book 2013).</p>



<p>Mit dem 2012 publizierten Roman „Schattenbilder“ scheint die für das zwanzigste Jahrhundert exemplarische Familiengeschichte abgeschlossen zu sein: In den beiden starken Frauen, Großmutter und Mutter, die in dieser patriarchalisch dominierten Gesellschaft ihre Lebensträume nicht verwirklichen konnten, schildert er „zwei für diese Generationen typische Frauenschicksale“ („Die Rheinpfalz“). Der Roman ist zugleich eine Fortsetzung der „Vaterspuren“: das dort nur angedeutete Privatleben des „alten Doktors“, der SS-Arzt, Rasseforscher und zeitweise Adjutant Heinrich Himmlers war, spielt hier über die Zeit nach 1943 hinaus eine Rolle.</p>



<p>Der Autor ist zudem Herausgeber zahlreicher Anthologien (zuletzt Ein Regen aus Kieseln wird fallen. Texte aus dem Exil, 2009 und Einblicke. Berichte aus den Dichterwerkstätten, 2010) sowie des Jahrbuches für Literatur bei Brandes &amp; Apsel (17 Bände 1994 bis 2011).</p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="http://www.sigfrid-gauch.de/biografie.html" target="_blank">zu Homepage von Sigfrid Gauch</a>
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Bis 2010 leitete er dort das Referat für Literaturförderung und Bibliothekswesen. Nicht zuletzt dank seiner Ideen und Initiativen erlebte die Literatur von Autorinnen und Autoren des Landes einen enormen Aufschwung in diesen Jahrzehnten: Wichtige Literaturpreise, Stipendien, das Künstlerhaus in Edenkoben und viele andere Förderungen der Literaturszene hat er mitentwickelt und begleitet. (Was heute teilweise wieder in Vergessenheit geraten ist oder bestritten wird. Doch ein Blick auf die Geschichte der Literaturszene des Landes und die Erstveröffentlichungsdaten rheinland-pfälzischer Autorinnen und Autoren von 1990 bis 2010 kann das belegen).



Aber darüber hinaus war Sigfrid Gauch auch selbst ein viel beachteter Autor: Sieben Gedichtbände, drei Romane, ein Band mit Erzählungen und Sachbücher enthält die Liste seiner Werke. Und sein allerwichtigstes Buch, das ins Englische und Hebräische übersetzt wurde und das Genre der Literatur über „Täter-Väter“ mitbegründet hat:



Sein Buch „Vaterspuren“, dessen Erstausgabe 1979 im Athenäum Verlag erschien und im Untertitel als „Erzählung“ ausgewiesen ist. Dabei ist es rein autobiografisch. Im strengsten Sinn würde ich es noch nicht einmal als „autofiktional“ bezeichnen. Denn auch die Gedanken und Mutmaßungen des Sohnes über seinen Vater Hermann Gauch, der im „Eichmann-Prozess als „Schreibtischmörder“ und „als einer der geistigen Urheber der Judenvernichtung“ genannt wurde, waren ja wirklich und nicht erfunden. Die Erinnerungen an einen Vater, der Adjutant Heinrich Himmlers war, Arzt und Rasseforscher, Ideologe und Autor wichtiger rassebiologischer und altgermanischer Kulturtheorien, Nazi seit seinem Eintritt 1922 in die NSDAP, Freikorpskämpfer und Reichsamtsleiter in der Reichsführung SS.



„Vaterspuren“ bedeutet: „Aufspüren des Situationen und Motivationen seines Lebens, aber auch Spuren und Narben, die der Vater im Leben seines Sohnes und dem der Nazijahre hinterlassen hat.“ So steht es im Klappentext der Erstausgabe von 1979.



Und das ist auch, was Sie in diesem Extra hören werden. Wobei Sie mit meiner Stimme vorlieb nehmen müssen. Denn im Vorgespräch erteilte mir Sigfrid Gauch zwar sein Einverständnis und alle Freiheiten, wollte sich aber selbst nicht beteiligen. Die folgende Lesung ist also mein subjektiver Streifzug durch die Erstausgabe des Buchs „Vaterspuren“ von Sigfrid Gauch. Mit knappen Angaben zu Seitenzahlen und Kontexten.













Sigfrid Gauch



Nach dem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium Kaiserslautern und einem Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Heidelberg und Mainz wurde er an der Universität Mainz in Deutscher Philologie mit der bei Prof. Dr. Erwin Rotermund entstandenen Dissertation Offene und verdeckte Schreibweisen im Literarischen Jakobinismus zum Dr. phil. promoviert; Lehrtätigkeiten an Schulen, Hochschulen und Universitäten, 1987 Lehrauftrag und Habilitationsangebot in Pädagogik an der Universität Gießen, bis 1999 Lehraufträge in Medienpädagogik und Literaturwissenschaft an der Universität Mainz; bis 1991 Oberstudienrat für Deutsch, Philosophie und Ethik an der Integrierten Gesamtschule Mainz, ab 1988 teilabgeordnet an das Kultusministerium Rheinland-Pfalz, wo er die Lehrerzeitschrift schule machen entwickelte (alleinige Redaktion 1988-1994), ab 1991 ebendort Referatsleiter; bis 2010 leitete er im Kulturministerium als Ministerialrat das Referat für Literaturförderung und Bibliotheken.



Zusammen mit Hans-Georg Meyer, dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz, führte er von 1994 bis 2006 Deutsch-Israelisch-Palästinensische Autorentreffen durch, die vor allem auch politisch und kulturpolitisch weithin Aufsehen err]]></itunes:summary>
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Bis 2010 leitete er dort das Referat für Literaturförderung und Bibliothekswesen. Nicht zuletzt dank seiner Ideen und Initiativen erlebte die Literatur von Autorinnen und Autoren des Landes einen enormen Aufschwung in diesen Jahrzehnten: Wichtige Literaturpreise, Stipendien, das Künstlerhaus in Edenkoben und viele andere Förderungen der Literaturszene hat er mitentwickelt und begleitet. (Was heute teilweise wieder in Vergessenheit geraten ist oder bestritten wird. Doch ein Blick auf die Geschichte der Literaturszene des Landes und die Erstveröffentlichungsdaten rheinland-pfälzischer Autorinnen und Autoren von 1990 bis 2010 kann das belegen).



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	<title>Extra: Robinson Crusoe war PfälzerundPfälzer waren arme Flüchtlinge</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-robinson-crusoe-war-pfaelzerundpfaelzer-waren-arme-fluechtlinge/</link>
	<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>schreibt Daniel Defoe, Autor des Romans „Robinson Crusoe“, aber auch Journalist und NGO-Aktivist avant la lettre, der das Elend von 10.000 pfälzischen Armutsflüchtlingen, die Anfang des 18. Jahrhunderts in London gestrandet waren, in einer Artikelserie beschrieb und sich für sie einsetzte;</p>



<p>und sagt der Autor Hans Christian Buch, der Defoes Bemühungen erforschte und seine Artikelserie übersetzte und publizierte, im Gespräch mit Theo Schneider (in SWR 2).
Verblüffend wie sich Bilder, Situationen und der Streit über die Flüchtlinge von damals und heute gleichen!</p>



<h4>Angaben zum Buch</h4>



<p>A Brief History of the Poor Palatine Refugees, 1709 (ins Deutsche übersetzt als Kurze Geschichte der pfälzischen Flüchtlinge von Heide Lipecky, dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-14591-6)</p>



<h4> Daniel Defoe</h4>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[schreibt Daniel Defoe, Autor des Romans „Robinson Crusoe“, aber auch Journalist und NGO-Aktivist avant la lettre, der das Elend von 10.000 pfälzischen Armutsflüchtlingen, die Anfang des 18. Jahrhunderts in London gestrandet waren, in einer Artikelserie b]]></itunes:subtitle>
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<p>und sagt der Autor Hans Christian Buch, der Defoes Bemühungen erforschte und seine Artikelserie übersetzte und publizierte, im Gespräch mit Theo Schneider (in SWR 2).
Verblüffend wie sich Bilder, Situationen und der Streit über die Flüchtlinge von damals und heute gleichen!</p>



<h4>Angaben zum Buch</h4>



<p>A Brief History of the Poor Palatine Refugees, 1709 (ins Deutsche übersetzt als Kurze Geschichte der pfälzischen Flüchtlinge von Heide Lipecky, dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-14591-6)</p>



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und sagt der Autor Hans Christian Buch, der Defoes Bemühungen erforschte und seine Artikelserie übersetzte und publizierte, im Gespräch mit Theo Schneider (in SWR 2).
Verblüffend wie sich Bilder, Situationen und der Streit über die Flüchtlinge von damals und heute gleichen!



Angaben zum Buch



A Brief History of the Poor Palatine Refugees, 1709 (ins Deutsche übersetzt als Kurze Geschichte der pfälzischen Flüchtlinge von Heide Lipecky, dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-14591-6)



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und sagt der Autor Hans Christian Buch, der Defoes Bemühungen erforschte und seine Artikelserie übersetzte und publizierte, im Gespräch mit Theo Schneider (in SWR 2).
Verblüffend wie sich Bilder, Situationen und der Streit über die Flüchtlinge von damals und heute gleichen!



Angaben zum Buch



A Brief History of the Poor Palatine Refugees, 1709 (ins Deutsche übersetzt als Kurze Geschichte der pfälzischen Flüchtlinge von Heide Lipecky, dtv, München 2017, ISBN 978-3-423-14591-6)



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	<title>Extra: Dichter, Priester, Revolutionär undSternenstaub. Zum 100. Geburtstagvon Ernesto Cardenal am 20.1.2025</title>
	<link>https://podcastliteratur.de/podcast/extra-dichter-priester-revolutionaer-undsternenstaub-zum-100-geburtstagvon-ernesto-cardenal-am-20-1-2025/</link>
	<pubDate>Sat, 11 Jan 2025 23:00:00 +0000</pubDate>
	<dc:creator><![CDATA[Podcast Literatur]]></dc:creator>
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	<description><![CDATA[<p>Sternenstaub. So könnte ich dich ja jetzt nennen: „Ernesto Sternenstaub“!
Bist du schon Sternenstaub, fünf Jahre nach deinem Tod? Schon wieder? Oder noch immer? Und hundert Jahre nach deiner Geburt am 20. Januar 1925 in Granada?</p>



<p>In diesem großbürgerlichen Haus, in dem du mit deinem Freund Dietmar Schönherr, - Commander McLane, der sein Raumschiff „Orion“ mit Bügeleisengriffen steuern konnte und den Präsidenten der USA, Ronald Reagan, in seiner Samstagabendshow im Fernsehen ein „Arschloch“ nannte, was eine Wahrheit war, die man in der ARD natürlich nicht sagen darf, und die mit sofortigem Berufsverbot bestraft wurde – das größte Kulturzentrum Nicaraguas, das „Casa De Los Tres Mundos“ eingerichtet hast. 1988 begründet, wurde es im vergangenen Jahr per Staatsdekret geschlossen, wobei Gebäude und Inventar der deutschen Stiftung enteignet und geraubt wurden.</p>



<p>Oder später als junger Schüler in León, in dieser stolzen Stadt im Norden am Pazifik, voll schöner stolzer Mädchen und Frauen. Von denen eine mich einmal wirklich wollte, aber ich armer Idiot musste meinen Pheromonen folgen, die Madame Dracula in Managua umsummten.
Auch dort waren wir zusammen, in León. Damals als ich den Film zu deinem 70. Geburtstag für die ARD machte. Auf der Geburtstagsfeier deiner Mutter. Ihr wievielter? Ihr Neunzigster? Fünfundneunzigster? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich weiß noch genau wie nachdenklich versonnen du damals warst und wie die Frage die Luft zwischen deinen Augen verdunkelte: Werde ich auch einmal so alt werden wie sie?</p>



<p>Ja, so alt wirst du auch einmal werden. So alt bist du geworden: Ernesto Sternenstaub. Mit dem Familiennamen „Cardenal“, höchst sinnig und hintersinnig und ironisch angesichts deines Berufs, deines Rufs, deines Ruhms. Gott hat manchmal wahrlich spitzbübischen Witz, wenn er einen großen Kritiker der höchsten Klasse der klerikalen Mafia „Kardinal“ tauft und seinen jüdischen Urgroßvater „Taifel“. Ehrlich Ernesto, das muss ich dir sagen: Gott hat entschieden mehr Humor als du!</p>



<p>Denker und Theoretiker der Theologie der Befreiung, ihr wichtigster Poet. Oft haben wir damals darüber geredet, weil ich mich der Theologie der Befreiung verbunden gefühlt habe und ihre wichtigsten Vertreter in Lateinamerika und Deutschland besucht und interviewt habe. Und vielleicht warst du nicht nur ihr wichtigster Dichter, sondern auch ihr wichtigster Mystiker. Ja, so seltsam sich das auch anhören mag: „Mystiker der Befreiungstheologie“. Wann bist du bei Gott?, habe ich dich gefragt. Wie ist das ? Wo ist das? Innen. Ganz innen. In der tiefsten Versenkung. Im Nichts. Jenseits des Universums. Dort, wohin es sich ausdehnt. In uns.</p>



<p>Die Bände deines „Canto cosmico“ sind deine Genesis. Die Gesänge vom Entstehen des Alls und Allem. Aber, wie viele deiner Gedichte, immer auch von deinen anderen zentralen Themen durchdrungen: Kampf gegen Ungerechtigkeit, Anprangerung der Armut, Anklage gegen die Gewalt der Herrschenden und Konzerne, Plädoyer für Gottes Reich schon hier auf unserer Erde, Religion und Revolution, Liebe.
Immer wieder haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten getroffen. In Deutschland und in Nicaragua. Ich weiß nicht mehr wann es das erste Mal war. Im Peter Hammer Verlag in Wuppertal? Oder doch später im Kulturministerium in Managua? Oder war es nicht doch Anfang der Achtziger in Darío beim großen Treffen der Dichterwerkstätten, die du erfunden und begründet hattest? Wo ich eiligst aufs Klo rannte und in meinem rasenden Lauf über ein zweieinhalb Meter großes Krokodil stolperte und auf die Betonplatten krachte.
Ach, jetzt rede ich schon wieder von mir. Ernesto Sternenstaub. Den ich noch immer nicht kenne. Obwohl wir uns so oft gesehen haben. Wochen und Monate lang, als ich die Recherchen und Organisation und dann den Dreh für den Fernsehfilm in der ARD zu deinem 70. Geburtstag unternahm, in León, in Granada, in deinem Haus in Managua, in der Werkstatt deiner Skulpturen, sogar im Schlafzimmer, wo deine Werkzeuge zum Bau von Gedichten auf deinem Nachttisch ausgebreitet lagen: Stifte und Papiere, Lineale und Scheren und Klebstoff, mit denen du Texte zerschnitten und neu kombiniert hast.</p>



<p>Und da wo dein zweites, vielleicht dein wichtigstes Zuhause war: Auf der Insel des Archipels im Großen See von Nicaragua, wo ihr 1966 die christliche Kommune von Solentiname begründet habt, die später weltberühmt werden wollte. Wo du „Das Evangelium der Bauern von Solentiname“ geschrieben hast. Auch da haben wir gefilmt, dich in der winzigen Kirche, kaum größer als der Stall in Bethlehem, mit dem Fußboden aus gestampftem Lehm und den einfachen Holzbänken voller Bäuerinnen, die ihre Kinder stillten und murrten, weil du keinen Gottesdienst halten durftest. Denn der bösartige erzreaktionäre Papst, hatte dir die Ausübung aller Priesterämter verboten, weil ihm nicht passte, dass du Kulturminister der sandinistischen Regierung warst. Und der dich bei seinem Besuch in Nicaragua wie einen Klippschüler abkanzelte als du vor ihm hinknietest und seinen Ring küssen wolltest. Das Bild ging um die Welt. Ernesto, ehrlich, ich habe nie verstanden, warum du dir das angetan hast.</p>



<p>Erinnerst du dich noch an meine verrückten Bildideen beim Filmen, als ich dich mit dem Hubschrauber in einem Vulkankrater absetzen und wie ein vierflügeliger Serafim in den Himmel entschweben lassen wollte? Stattdessen sackte der MI-8 plötzlich hundert Meter ab als seine Rotorblätter einen Geier zerhackten. Und du hast keine Miene verzogen: Unerschütterlich. Unerschrocken. Wie der Revolutionär, der gegen die Somoza-Diktatur kämpfte, der sich durch die mühseligen und armen Ebenen der Arbeit eines fast mittellosen Kulturministeriums wurschteln musste. Unerschrocken und unerschütterlich auch als sich die Sandinistische Revolution in die Kleptokratie Ortegas und seiner Kumpane verwandelte und die Revolution ihre Kinder fraß.</p>



<p>Unerschrocken und unerschütterlich als Theologe der Befreiung, Kritiker ungerechter Verhältnisse, Priester, der von der klerikalen Mafia gemaßregelt wurde. Der stur darauf bestand und keinen Deut davon abrückte: Ich bin Marxist und Christ. Und Dichter. Deine ganze eigene heilige Dreifaltigkeit.</p>



<p>Und gern warst du Gast in meinem Haus, wo du gewohnt hast, während ich dich zu deinen Lesungen fuhr und die deutschen Übersetzungen sprach. Unser größtes Publikum: Sechstausend beim Evangelischen Kirchentag 1993 in München. Und wenn ich dich bekochen durfte. Erinnerst du dich noch an dein Lieblingsessen? Forelle mit Mandeln, mit Kartoffeln und Butter und Riesling.
Trucha con Almendras
Ein Fisch aus der Familie der Salmen.
Für den Dichter der Psalmen.</p>







<p><a href="https://podcastliteratur.de/wp-content/uploads/2025/01/Pressemeldung-zum-Tod-von-Erneste-Cardenal.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemeldung zum Tod von Ernesto Cardenal </a>(PETER HAMMER VERLAG, Wuppertal, März 2020)</p>



<p>Weitere umfangreiche Infos zu Ernesto Cardenal finden Sie bei Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Cardenal" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ernesto Cardenal bei Wikipedia</a></p>



<h4>Lieferbare Werke in deutscher Sprache (alle im Peter Hammer Verlag):</h4>



<p>Gesänge des Universums/Cántico Cósmico (1995)
Das Buch von der Liebe (Neuausgabe 2004)
Verlorenes Leben (Erinnerungen Bd. 1, 1998)
Niemand ist mir so nahe (Gedichte, spanisch-deutsch, 2005)
Zyklus der Sterne (2006)
Psalmen (1967), Neuauflage 2008
Transitreisender (2008)
Wieder kommst du zu mir wie Musik (Gedichte, 2010)
Aus Sternen geboren. Das poetische Werk (2012)
Diese Welt und eine andere (Essays, 2013)
Etwas, das im Himmel wohnt (Gedichte, 2014).</p>



<p>Weitere Informationen zu den lieferbaren Werken von Ernesto Cardenal  in deutscher Sprache finden Sie auf den Seiten des Peter Hammer Verlags
<a href="https://www.peter-hammer-verlag.de/autoren-details/cardenal_ernesto" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.peter-hammer-verlag.de/autoren-details/cardenal_ernesto </a></p>



<p>"Weitere Bücher von Ernesto&nbsp; Cardenal"&nbsp; findet man im Internet auf den Seiten von Antiquariaten u.a., z.b. bei ZVAB"</p>]]></description>
	<itunes:subtitle><![CDATA[Sternenstaub. So könnte ich dich ja jetzt nennen: „Ernesto Sternenstaub“!
Bist du schon Sternenstaub, fünf Jahre nach deinem Tod? Schon wieder? Oder noch immer? Und hundert Jahre nach deiner Geburt am 20. Januar 1925 in Granada?



In diesem großbürgerli]]></itunes:subtitle>
	<content:encoded><![CDATA[<p>Sternenstaub. So könnte ich dich ja jetzt nennen: „Ernesto Sternenstaub“!
Bist du schon Sternenstaub, fünf Jahre nach deinem Tod? Schon wieder? Oder noch immer? Und hundert Jahre nach deiner Geburt am 20. Januar 1925 in Granada?</p>



<p>In diesem großbürgerlichen Haus, in dem du mit deinem Freund Dietmar Schönherr, - Commander McLane, der sein Raumschiff „Orion“ mit Bügeleisengriffen steuern konnte und den Präsidenten der USA, Ronald Reagan, in seiner Samstagabendshow im Fernsehen ein „Arschloch“ nannte, was eine Wahrheit war, die man in der ARD natürlich nicht sagen darf, und die mit sofortigem Berufsverbot bestraft wurde – das größte Kulturzentrum Nicaraguas, das „Casa De Los Tres Mundos“ eingerichtet hast. 1988 begründet, wurde es im vergangenen Jahr per Staatsdekret geschlossen, wobei Gebäude und Inventar der deutschen Stiftung enteignet und geraubt wurden.</p>



<p>Oder später als junger Schüler in León, in dieser stolzen Stadt im Norden am Pazifik, voll schöner stolzer Mädchen und Frauen. Von denen eine mich einmal wirklich wollte, aber ich armer Idiot musste meinen Pheromonen folgen, die Madame Dracula in Managua umsummten.
Auch dort waren wir zusammen, in León. Damals als ich den Film zu deinem 70. Geburtstag für die ARD machte. Auf der Geburtstagsfeier deiner Mutter. Ihr wievielter? Ihr Neunzigster? Fünfundneunzigster? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich weiß noch genau wie nachdenklich versonnen du damals warst und wie die Frage die Luft zwischen deinen Augen verdunkelte: Werde ich auch einmal so alt werden wie sie?</p>



<p>Ja, so alt wirst du auch einmal werden. So alt bist du geworden: Ernesto Sternenstaub. Mit dem Familiennamen „Cardenal“, höchst sinnig und hintersinnig und ironisch angesichts deines Berufs, deines Rufs, deines Ruhms. Gott hat manchmal wahrlich spitzbübischen Witz, wenn er einen großen Kritiker der höchsten Klasse der klerikalen Mafia „Kardinal“ tauft und seinen jüdischen Urgroßvater „Taifel“. Ehrlich Ernesto, das muss ich dir sagen: Gott hat entschieden mehr Humor als du!</p>



<p>Denker und Theoretiker der Theologie der Befreiung, ihr wichtigster Poet. Oft haben wir damals darüber geredet, weil ich mich der Theologie der Befreiung verbunden gefühlt habe und ihre wichtigsten Vertreter in Lateinamerika und Deutschland besucht und interviewt habe. Und vielleicht warst du nicht nur ihr wichtigster Dichter, sondern auch ihr wichtigster Mystiker. Ja, so seltsam sich das auch anhören mag: „Mystiker der Befreiungstheologie“. Wann bist du bei Gott?, habe ich dich gefragt. Wie ist das ? Wo ist das? Innen. Ganz innen. In der tiefsten Versenkung. Im Nichts. Jenseits des Universums. Dort, wohin es sich ausdehnt. In uns.</p>



<p>Die Bände deines „Canto cosmico“ sind deine Genesis. Die Gesänge vom Entstehen des Alls und Allem. Aber, wie viele deiner Gedichte, immer auch von deinen anderen zentralen Themen durchdrungen: Kampf gegen Ungerechtigkeit, Anprangerung der Armut, Anklage gegen die Gewalt der Herrschenden und Konzerne, Plädoyer für Gottes Reich schon hier auf unserer Erde, Religion und Revolution, Liebe.
Immer wieder haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten getroffen. In Deutschland und in Nicaragua. Ich weiß nicht mehr wann es das erste Mal war. Im Peter Hammer Verlag in Wuppertal? Oder doch später im Kulturministerium in Managua? Oder war es nicht doch Anfang der Achtziger in Darío beim großen Treffen der Dichterwerkstätten, die du erfunden und begründet hattest? Wo ich eiligst aufs Klo rannte und in meinem rasenden Lauf über ein zweieinhalb Meter großes Krokodil stolperte und auf die Betonplatten krachte.
Ach, jetzt rede ich schon wieder von mir. Ernesto Sternenstaub. Den ich noch immer nicht kenne. Obwohl wir uns so oft gesehen haben. Wochen und Monate lang, als ich die Recherchen und Organisation und dann den Dreh für den Fernsehfilm in der ARD zu deinem 70. Geburtstag unternahm, in León, in Granada, in deinem Haus in Managua, in der Werkstatt deiner Skulpturen, sogar im Schlafzimmer, wo deine Werkzeuge zum Bau von Gedichten auf deinem Nachttisch ausgebreitet lagen: Stifte und Papiere, Lineale und Scheren und Klebstoff, mit denen du Texte zerschnitten und neu kombiniert hast.</p>



<p>Und da wo dein zweites, vielleicht dein wichtigstes Zuhause war: Auf der Insel des Archipels im Großen See von Nicaragua, wo ihr 1966 die christliche Kommune von Solentiname begründet habt, die später weltberühmt werden wollte. Wo du „Das Evangelium der Bauern von Solentiname“ geschrieben hast. Auch da haben wir gefilmt, dich in der winzigen Kirche, kaum größer als der Stall in Bethlehem, mit dem Fußboden aus gestampftem Lehm und den einfachen Holzbänken voller Bäuerinnen, die ihre Kinder stillten und murrten, weil du keinen Gottesdienst halten durftest. Denn der bösartige erzreaktionäre Papst, hatte dir die Ausübung aller Priesterämter verboten, weil ihm nicht passte, dass du Kulturminister der sandinistischen Regierung warst. Und der dich bei seinem Besuch in Nicaragua wie einen Klippschüler abkanzelte als du vor ihm hinknietest und seinen Ring küssen wolltest. Das Bild ging um die Welt. Ernesto, ehrlich, ich habe nie verstanden, warum du dir das angetan hast.</p>



<p>Erinnerst du dich noch an meine verrückten Bildideen beim Filmen, als ich dich mit dem Hubschrauber in einem Vulkankrater absetzen und wie ein vierflügeliger Serafim in den Himmel entschweben lassen wollte? Stattdessen sackte der MI-8 plötzlich hundert Meter ab als seine Rotorblätter einen Geier zerhackten. Und du hast keine Miene verzogen: Unerschütterlich. Unerschrocken. Wie der Revolutionär, der gegen die Somoza-Diktatur kämpfte, der sich durch die mühseligen und armen Ebenen der Arbeit eines fast mittellosen Kulturministeriums wurschteln musste. Unerschrocken und unerschütterlich auch als sich die Sandinistische Revolution in die Kleptokratie Ortegas und seiner Kumpane verwandelte und die Revolution ihre Kinder fraß.</p>



<p>Unerschrocken und unerschütterlich als Theologe der Befreiung, Kritiker ungerechter Verhältnisse, Priester, der von der klerikalen Mafia gemaßregelt wurde. Der stur darauf bestand und keinen Deut davon abrückte: Ich bin Marxist und Christ. Und Dichter. Deine ganze eigene heilige Dreifaltigkeit.</p>



<p>Und gern warst du Gast in meinem Haus, wo du gewohnt hast, während ich dich zu deinen Lesungen fuhr und die deutschen Übersetzungen sprach. Unser größtes Publikum: Sechstausend beim Evangelischen Kirchentag 1993 in München. Und wenn ich dich bekochen durfte. Erinnerst du dich noch an dein Lieblingsessen? Forelle mit Mandeln, mit Kartoffeln und Butter und Riesling.
Trucha con Almendras
Ein Fisch aus der Familie der Salmen.
Für den Dichter der Psalmen.</p>







<p><a href="https://podcastliteratur.de/wp-content/uploads/2025/01/Pressemeldung-zum-Tod-von-Erneste-Cardenal.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemeldung zum Tod von Ernesto Cardenal </a>(PETER HAMMER VERLAG, Wuppertal, März 2020)</p>



<p>Weitere umfangreiche Infos zu Ernesto Cardenal finden Sie bei Wikipedia: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Cardenal" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ernesto Cardenal bei Wikipedia</a></p>



<h4>Lieferbare Werke in deutscher Sprache (alle im Peter Hammer Verlag):</h4>



<p>Gesänge des Universums/Cántico Cósmico (1995)
Das Buch von der Liebe (Neuausgabe 2004)
Verlorenes Leben (Erinnerungen Bd. 1, 1998)
Niemand ist mir so nahe (Gedichte, spanisch-deutsch, 2005)
Zyklus der Sterne (2006)
Psalmen (1967), Neuauflage 2008
Transitreisender (2008)
Wieder kommst du zu mir wie Musik (Gedichte, 2010)
Aus Sternen geboren. Das poetische Werk (2012)
Diese Welt und eine andere (Essays, 2013)
Etwas, das im Himmel wohnt (Gedichte, 2014).</p>



<p>Weitere Informationen zu den lieferbaren Werken von Ernesto Cardenal  in deutscher Sprache finden Sie auf den Seiten des Peter Hammer Verlags
<a href="https://www.peter-hammer-verlag.de/autoren-details/cardenal_ernesto" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.peter-hammer-verlag.de/autoren-details/cardenal_ernesto </a></p>



<p>"Weitere Bücher von Ernesto&nbsp; Cardenal"&nbsp; findet man im Internet auf den Seiten von Antiquariaten u.a., z.b. bei ZVAB"</p>]]></content:encoded>
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Bist du schon Sternenstaub, fünf Jahre nach deinem Tod? Schon wieder? Oder noch immer? Und hundert Jahre nach deiner Geburt am 20. Januar 1925 in Granada?



In diesem großbürgerlichen Haus, in dem du mit deinem Freund Dietmar Schönherr, - Commander McLane, der sein Raumschiff „Orion“ mit Bügeleisengriffen steuern konnte und den Präsidenten der USA, Ronald Reagan, in seiner Samstagabendshow im Fernsehen ein „Arschloch“ nannte, was eine Wahrheit war, die man in der ARD natürlich nicht sagen darf, und die mit sofortigem Berufsverbot bestraft wurde – das größte Kulturzentrum Nicaraguas, das „Casa De Los Tres Mundos“ eingerichtet hast. 1988 begründet, wurde es im vergangenen Jahr per Staatsdekret geschlossen, wobei Gebäude und Inventar der deutschen Stiftung enteignet und geraubt wurden.



Oder später als junger Schüler in León, in dieser stolzen Stadt im Norden am Pazifik, voll schöner stolzer Mädchen und Frauen. Von denen eine mich einmal wirklich wollte, aber ich armer Idiot musste meinen Pheromonen folgen, die Madame Dracula in Managua umsummten.
Auch dort waren wir zusammen, in León. Damals als ich den Film zu deinem 70. Geburtstag für die ARD machte. Auf der Geburtstagsfeier deiner Mutter. Ihr wievielter? Ihr Neunzigster? Fünfundneunzigster? Ich weiß es nicht mehr. Aber ich weiß noch genau wie nachdenklich versonnen du damals warst und wie die Frage die Luft zwischen deinen Augen verdunkelte: Werde ich auch einmal so alt werden wie sie?



Ja, so alt wirst du auch einmal werden. So alt bist du geworden: Ernesto Sternenstaub. Mit dem Familiennamen „Cardenal“, höchst sinnig und hintersinnig und ironisch angesichts deines Berufs, deines Rufs, deines Ruhms. Gott hat manchmal wahrlich spitzbübischen Witz, wenn er einen großen Kritiker der höchsten Klasse der klerikalen Mafia „Kardinal“ tauft und seinen jüdischen Urgroßvater „Taifel“. Ehrlich Ernesto, das muss ich dir sagen: Gott hat entschieden mehr Humor als du!



Denker und Theoretiker der Theologie der Befreiung, ihr wichtigster Poet. Oft haben wir damals darüber geredet, weil ich mich der Theologie der Befreiung verbunden gefühlt habe und ihre wichtigsten Vertreter in Lateinamerika und Deutschland besucht und interviewt habe. Und vielleicht warst du nicht nur ihr wichtigster Dichter, sondern auch ihr wichtigster Mystiker. Ja, so seltsam sich das auch anhören mag: „Mystiker der Befreiungstheologie“. Wann bist du bei Gott?, habe ich dich gefragt. Wie ist das ? Wo ist das? Innen. Ganz innen. In der tiefsten Versenkung. Im Nichts. Jenseits des Universums. Dort, wohin es sich ausdehnt. In uns.



Die Bände deines „Canto cosmico“ sind deine Genesis. Die Gesänge vom Entstehen des Alls und Allem. Aber, wie viele deiner Gedichte, immer auch von deinen anderen zentralen Themen durchdrungen: Kampf gegen Ungerechtigkeit, Anprangerung der Armut, Anklage gegen die Gewalt der Herrschenden und Konzerne, Plädoyer für Gottes Reich schon hier auf unserer Erde, Religion und Revolution, Liebe.
Immer wieder haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten getroffen. In Deutschland und in Nicaragua. Ich weiß nicht mehr wann es das erste Mal war. Im Peter Hammer Verlag in Wuppertal? Oder doch später im Kulturministerium in Managua? Oder war es nicht doch Anfang der Achtziger in Darío beim großen Treffen der Dichterwerkstätten, die du erfunden und begründet hattest? Wo ich eiligst aufs Klo rannte und in meinem rasenden Lauf über ein zweieinhalb Meter großes Krokodil stolperte und auf die Betonplatten krachte.
Ach, jetzt rede ich schon wieder von mir. Ernesto Sternenstaub. Den ich noch immer nicht kenne. Obwohl wir uns so oft gesehen haben. Wochen und Monate lang, als ich die Recherchen und Organisation und dann den Dreh für den Fernsehfilm in der ARD zu deinem 70. Geburtstag unternahm, in León, in Granada, in deinem Haus in Managua, in der Werkstatt deiner Skulpturen, sogar im Schlafzimmer, wo deine Werkzeuge zum Bau von Gedicht]]></itunes:summary>
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		<title>Extra: Dichter, Priester, Revolutionär undSternenstaub. Zum 100. Geburtstagvon Ernesto Cardenal am 20.1.2025</title>
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In diesem großbürgerlichen Haus, in dem du mit deinem Freund Dietmar Schönherr, - Commander McLane, der sein Raumschiff „Orion“ mit Bügeleisengriffen steuern konnte und den Präsidenten der USA, Ronald Reagan, in seiner Samstagabendshow im Fernsehen ein „Arschloch“ nannte, was eine Wahrheit war, die man in der ARD natürlich nicht sagen darf, und die mit sofortigem Berufsverbot bestraft wurde – das größte Kulturzentrum Nicaraguas, das „Casa De Los Tres Mundos“ eingerichtet hast. 1988 begründet, wurde es im vergangenen Jahr per Staatsdekret geschlossen, wobei Gebäude und Inventar der deutschen Stiftung enteignet und geraubt wurden.



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