Extra: Do de Dom
Do de Mond
Do de Dod
Zum Tod von Michael Bauer am 3. 6. 2026

Michael Bauer und ich habe uns mehr als 50 Jahre gut gekannt. Deshalb müsste dieses Extra eigentlich ein sehr persönlicher Abschied sein. Aber ich habe auch seine Texte durch all die Jahrzehnte gelesen und gut gekannt. So gut, dass ich, sozusagen post mortem, noch eine literarische Überraschung versprechen kann. Denn das Beste kommt zum Schluss. Und deshalb wird dieser Abschied und die Veröffentlichung seiner, sagen wir mal: „Zen-Gedichte“ bis zur großen Folge im nächsten Jahr warten müssen.

Daher an dieser Stelle als Todesanzeige nachfolgendes super schöne und (fast) umfassende „Extra“ von Kerstin Bachtler.
Doch vorab noch einige biografische Skizzen:

Michael Bauer wurde 1947 in Kaiserslautern als Jüngster (?) einer kinderreichen katholischen Familie, die gottseidank Kondome wohl nur sparsam benutzte, geboren. Sorry, diese durchaus liebevolle Ironie muss sein! Erklärt sie doch entscheidend seine vielleicht schönste Eigenschaft: Versöhnlich zu sein, deeskalierend, nachdenklich, abwägend, verzeihend, von höchstem EQ; insofern ganz anders als der etwas hitzköpfige kleene Pälzer, den er erfunden hat. Denn als jüngstes Kind konnte er sich gegen die älteren und stärkeren Geschwister nur behaupten, wenn er cleverer, diplomatischer, biegsamer, sanfter geschickter war als die andern.

Nach dem Abitur hat Michael Bauer Literaturwissenschaften studiert, aber machte sehr bald in den 70er Jahren Karriere als Kabarettist und Liedermacher. Zwei Langspielplatten gibt es aus dieser Zeit, und den Grund für ein anderthalb Jahrzehnte langes Schweigen. Denn wie viele hat auch Michael Bauer das Tingeltangel der Reisen und Auftritte nur schlecht verkraftet und wurde dabei zum Alkoholiker.

Er gewann gegen die Sucht. Wurde trocken. Machte eine Lehre und arbeitete als Buchhändler, kämpfte sich langsam wieder in die Literatur und Kultur zurück.
Mit seinem berühmtesten Gedicht „Do de Dom“ trat er 1991 wieder an die Öffentlichkeit. Es folgten kontinuierliche weitere zahlreiche Veröffentlichungen (etwas mit seiner vielleicht wichtigsten erfundenen Figur, dem „kleene Pälzer“) in überregionalen Tageszeitungen oder (rund 20) Büchern.
Im Brotberuf kam Michael Bauer bald darauf zum Spdwestfunk, war Autor, Kritiker, Moderator und Redakteur der Kultur in Hörfunk und Fernsehen.
Später arbeitete er auch als Theaterautor und -dramaturg für das Chawwerusch-Theater in Herxheim, wohin ihn die Liebe verschlagen hatte.

Er war Autor, Liedermacher, Journalist, Moderator, Journalist, Kritiker, Redakteur, Dramaturg, vor allem aber ein Mensch. Einer meiner Lieblingsmenschen. Ich werde ihn vermissen solange ich lebe.

Biografie und Bibliografie

Umfangreiche Informationen zu Michael Bauer finden Sie bei Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Bauer_(Schriftsteller)

Michael Bauer
Foto: (c) Helmut Dudenhöffer
Michael Bauer
Foto: (c) Helmut Dudenhöffer
Michael Bauer
Foto: (c) Margret Plank