Folge 69: Wunderwerk der Worte
In seinem neuen Gedichtband „Hellichter Tag“ verwandelt der Dichter Norbert Hummelt Alltagssätze in Poesie

„Jeden kann es treffen, von jetzt auf gleich, dass Sicherheiten brüchig werden und kein Geländer in Reichweite ist, zumal in Berlin, der „wimmelnden stadt, stadt voller träume, wo am hellichten tag das gespenst den passanten bedrängt“. Eindringlich spüren die neuen Gedichte von Norbert Hummelt dem Gefühl nach, ausgesetzt zu sein. Sie erkunden Momente, in denen sich die Verletzlichkeit unseres Lebens offenbart. In der Ablösung zwischen Vater und Tochter, den Erinnerungen an die Eltern, der Gefährdung der Natur. Es sind Verse, die aus einem weiten literarischen Hallraum kommen, von Dante bis zu Pound und Eliot. Verse, die uns zum Nachdenken bringen und die Norbert Hummelt zugleich mit einer fühlbaren Leichtigkeit meistert. Und am Ende scheint gar eine neue Liebe als utopischer Ort auf, „können wir uns hierher flüchten, wo die hagebutten leuchten u. / die dohlenvögel kreisen?“

Norbert Hummelt (Foto: Laura Baginski)

Norbert Hummelt (* 30. Dezember 1962 in Neuss) ist ein deutscher Dichter, Übersetzer und Kulturjournalist.
Leben und Ausbildung
• Herkunft & Jugend: Hummelt wuchs in Neuss am Rhein in einer katholischen Familie auf; sein Vater starb, als er 16 Jahre alt war.
• Studium: Von 1983 bis 1990 studierte er Anglistik und Germanistik an der Universität zu Köln und schloss das Studium mit dem 1. Staatsexamen ab.
• Stationen: Er leitete von 1988 bis 1992 die Kölner Autorenwerkstatt, war Mitgründer des PEN Berlin und lebt seit 2006 als freier Schriftsteller in Berlin. Zudem unterrichtete er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.
Literarisches Werk & Übersetzungen
• Lyrik: Hummelt veröffentlichte zahlreiche vielbeachtete Gedichtbände (u. a. knackige codes, singtrieb, Pans Stunde, Fegefeuer, Sonnengesang und Hellichter Tag). Seine Gedichte verbinden einen traditionellen, oft romantischen Ton mit modernen Brüchen.
• Prosa & Essays: Werke wie Der Atlas der Erinnerung (2018) oder 1922: Wunderjahr der Worte (2022) prägen sein Profil als Essayist und Kulturhistoriker.
• Übersetzungen: Er überträgt bedeutende fremdsprachige Lyrik ins Deutsche, darunter Werke von T.S. Eliot (Das öde Land, Vier Quartette), Inger Christensen und William Butler Yeats.
Auszeichnungen
• Rolf-Dieter-Brinkmann-Preis (1995 Förderpreis des Landes NRW)
• Mondseer Lyrikpreis
• Hölty-Preis für Lyrik (2018)
• Rainer-Malkowski-Preis (2021)
• Niederrheinischer Literaturpreis

(Diese Biografie wurde mit Hilfe einer KI erstellt.)

Hardcover, mit Schutzumschlag, 112 Seiten, 12,5 x 20 cm
ISBN: 978-3-630-87789-1, Luchterhand Literaturverlag
20,00 Euro

Bibliografie Norbert Hummelt (nach Wikipedia)

knackige codes. Gedichte, Galrev, Berlin 1993.
singtrieb. Gedichte (mit CD), Urs Engeler Editor, Weil am Rhein 1997.
Zeichen im Schnee. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2001.
Bildstock. Gedichte, Kunstverein Hasselbach 2003.
Stille Quellen. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2004.
Totentanz. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2007.
Wie Gedichte entstehen. (mit Klaus Siblewski) Luchterhand Literaturverlag, München 2009.
Pans Stunde. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2011.
Fegefeuer. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2016, ISBN 978-3-630-87521-7.
Der Atlas der Erinnerung. NIMBUS, Wädenswil 2018 ISBN 978-3-03850-048-3.
Die versunkene Kathedrale. Sankt Hedwig und das Forum Fridericianum. (= Sankt Hedwig Mitte, Band 6) Herder, Freiburg-Basel-Wien 2020, ISBN 978-3-451-38909-2.
Sonnengesang. Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2020, ISBN 978-3-630-87630-6.
1922 – Wunderjahr der Worte. Luchterhand Literaturverlag, München 2022, ISBN 978-3-630-87654-2.
Eselsohren – Essays zur Literatur, NIMBUS, Wädenswil 2024, ISBN 978-3-03850-097-1.

Übertragungen
Inger Christensen, Das Schmetterlingstal. Ein Requiem. In: Schreibheft Nr. 52, Essen 1999.
T. S. Eliot, Four Quartets., Rigodon, Essen 2006.
T. S. Eliot, Das öde Land, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008 ISBN 978-3-518-42022-5
Bela Chekurishvili, Barfuß. Gedichte. Das Wunderhorn, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-88423-593-5.
Bela Chekurishvili, Das Kettenkarussell. Gedichte. Das Wunderhorn, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-88423-654-3. Dazu Norbert Hummelt: Die ganze Küche ist heute gut drauf. Nachdenken über das Nachdichten aus fremden Sprachen. Zu Bela Chekurishivili, Das Kettenkarussell, mit Reisenotizen aus Georgien.
Die Gedichte, Luchterhand Literaturverlag, München 2005.
• Jahrbuch der Lyrik 2006 (mit Christoph Buchwald), S. Fischer, Frankfurt am Main 2005.
• Lyrikedition 2000 (von 2005 bis 2008).
• Abschied nehme ich schon immer – Rolf Persch, Gedichte, mit einem biographischen Essay von Sabine Schiffner, Sprungturm Verlag, Köln 2016, ISBN 978-3-9816990-8-1.
• SIMURGH. Junge Lyrik aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan. Herausgegeben von den Goethe-Instituten Kasachstan und Usbekistan und Norbert Hummelt. Das Wunderhorn: Heidelberg 2023, ISBN 978-3-88423-687-1.
• mit Jan Wagner: Tanzt die Orange. 100 Antworten auf Rilke. Hanser Berlin, Berlin 2025, ISBN 978-3-446-28229-2.