Folge 12, Teil 2 : Christoph Peters, „Dorfroman“

Im „Dorfroman“ von Christoph Peters kehrt der Erzähler zurück in seine Kindheit in Kalkar als dort der Bau des sogenannten Schnellen Brüters in den 70er und 80er Jahren heftig umkämpft war. Das Atomkraftwerk, das nie in Betrieb ging, spaltete kein Plutonium, aber das Dorf und die ganze Republik. Christoph Peters erzählt Aufwachsen und erste Liebe seines Protagonisten im Schatten des Atommeilers und  an diesem Beispiel auch eine Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik nicht nur am Niederrhein: Den Niedergang von bäuerlicher Dorfgemeinschaft und rheinischem Katholizismus und den Beginn von breiter ökologischer Bewegung und demokratischem Bewusstsein der bundesdeutschen Gesellschaft.

Teil 1 wirft zunächst einen Blick zurück auf die Japan-Leidenschaft des Autors, der 15 Jahre in Mainz gelebt hat, und ihren Einfluss auf einige seiner Romane, um dann  Inhalt und Leitthemen seines „Dorfromans“ zu diskutieren, der zu großen Teilen autobiografisch grundiert ist. Teil 2 eröffnet tiefe Einblicke in das Verhältnis zwischen Leben und Werk von Christoph Peters und diskutiert Erzählebenen, Stil und andere handwerkliche Fragen des Romans und der literarischen Arbeitsweisen des Autors.

Christoph Peters „Dorfroman“ – Luchterhand Literaturverlag, München 2020 – ISBN 9783630875965
Gebunden, 416 Seiten, 22,00 EUR

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar am Niederrhein geboren und zog 1984 nach Mainz, wo er 15 Jahre lang lebte und wo auch seine beiden ersten Romane entstanden. Seit 2000 lebt er in Berlin. Er studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und arbeitete danach als Fluggastkontrolleur am Frankfurter Flughafen. Christoph Peters hat 9 Romane, mehrere Bände mit Erzählungen, ein Kinderbuch, Essays, einen Gedichtband und ein Buch über Tee geschrieben.

Demnächst erscheint:
Essays
Christoph Peters
Tage in Tokio
Mit Illustrationen von Matthias Beckmann

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