Kostprobe:
Dagmar Leupold: „Smalltalk“ Gedichte

< »Small Talk« heißt dieser Band mit Gedichten, und natürlich geht es darin auch ums Wetter. Aber sozusagen ums Wetter »über das Wetter hinaus«, wie es an einer Stelle heißt. Also um politische Wetterlagen, um Klimatisches, um Strömungen und Störungen, um das, was uns heute droht und morgen erwartet, kurz: um die Weltlage unserer Tage. Diese Gedichte sind freilich keine Nachrichten. Sie zählen nicht die Toten, sie messen nicht die Erdstöße, sie protokollieren nicht die Einschläge, wie es an anderer Stelle heißt. Aber sie reagieren darauf, mit sprachlich feinen Sinnen für die Art, wie wir darauf reagieren. Empfindlich, aber nicht empfindsam, hellhörig und klar.

Denn nicht anders als ihre Romane sind auch Dagmar Leupolds Gedichte eine Schule der Wahrnehmung. Mit einem wachen Blick für das Kleinste, denn es könnte trösten. Und mit einem bangen Blick in den Himmel nach besseren Aussichten. »Small Talk« heißt dieser Band mit Gedichten also nicht von ungefähr. Diese Gedichte trotzen dem Geplauder, indem sie eine Sprache für unsere Ohnmacht finden.>

…schreibt der Verlag Jung & Jung in seiner Ankündigung des Buchs.

In dieser Kostprobe von podcastliteratur.de liest Dagmar Leupold Gedichte aus ihrem neuen Band und spricht mit Theo Schneider über ihre Gedichte und ihre Spracharbeit in Lyrik und Prosa.

Jung und Jung Verlag, Salzburg 2025
ISBN 9783990274125
Gebunden, 128 Seiten, 22,00 EUR

Pressestimmen

„Leupold geht den Worten auf den Grund, ihre Sprachspiele verdichten und erweitern den Assoziationsraum des nur Heutigen.«
Carsten Hueck / Deutschlandradio Kultur (über »Unter der Hand«)

Harmlos kommt zwar der Titel von Dagmar Leupolds Band daher: „Small Talk“ (Jung und Jung) verspricht unverfängliches Geplauder übers Wetter oder Reisepläne. Doch weit gefehlt: Zwar sind die Texte meist kurz und oft pointiert, wie kleine Anmerkungen zum Alltag. Doch jeder hat es in sich, wirkt federleicht und dabei sorgenschwer.
Antje Weber, Süddeutsche Zeitung

»Das Buch trägt den Titel „Small Talk“, doch der Inhalt geht deutlich tiefer, als der Titel auf den ersten Blick vermuten lässt. Neben Gedichten über die Natur und das Wetter widmet sich Dagmar Leupold in ihrer Lyrik auch immer wieder dem Thema Krieg.«
Kerstin Bachler, SWR

»Dagmar Leupold führt uns in ihren gut 120 Gedichten vor, wie ein achtsames Begegnen mit der Welt aussehen kann, wie sich ein sensibles Alltagsbewusstsein auf der Höhe der einstürmenden Katastrophen führen lässt, ohne sich zu verschließen und ohne zu verhärten. Das ist im Weltmaßstab vielleicht nicht viel, aber in Millionen Menschen multipliziert ließe sich damit die Welt bewegen.«
Udo Kawasser, Poesiegalerie

»Wie eine Infrarotkamera, die selbst kleine Temperaturunterschiede und damit auch Verletzungen oder Entzündungsherde sichtbar machen kann, vermögen es die Gedichte von Dagmar Leupold, globale Stimmungslagen und vor allem Blessuren im politisch-gesellschaftlichen Weltgefüge Farbe und Kontur zu geben – damit werden sie zu einem passgenauen diagnostischen Instrument.«
Chris Lauer, woxx

Dagmar Leupold
Foto: (c)Heike Bogenbörger

Curriculum Vitae Dagmar Leupold

– Geboren 1955 in Niederlahnstein.
– Abitur 1974 in Mainz: Neusprachl. Frauenlob-Gymnasium
– Studium der Germanistik, Philosophie, Altphilologie in Marburg und Tübingen,
– Staaatsexamen in Germanistik und Philosophie.
– Aufenthalt in Florenz (1980-85). Redaktionsassistentin am Kunsthistorischen Institut (KHI).
– Graduiertenstudium der Komparatistik an der City University in New York (CUNY, 1985- 90), Promotion The Oxymoron as a Model for the Generation of Text (phD) 1993.

Sprachkenntnisse:

– Gr. Latinum, Graecum
– Italienisch,
– Englisch fließend
– Französisch gut
– Polnisch Grundkenntnisse

Lehraufträge, Creative Writing und Dozenturen an den Universitäten:

– Queens College, New York (adjunct teacher in Comparative Literature) (CUNY):1988-90
– München: 1992-1994 Lehrbeauftragte für Komparatistik
– Mainz: 1994 Literarisches Schreiben
– Bamberg: 1995 Literarisches Schreiben
– Leipzig (DLL): 1996/97
– Birmingham, Aston University (und DAAD) 2001: Writer-in-Residence
– Kiel (Liliencron-Poetik Dozentur): 2002 Drei Vorlesungen: Poetischer Stoffwechsel. Erinnern, Vergessen, Korrespondieren
– München: Leitung des Kurses Manuskriptum (zusammen mit Jo Lendle, Dumont Verlag): 2002/03
– Marburg: 2004 (Sommersemester) Literarisches Schreiben
– seit September 2004 (bis 2021) Leitung Studio Literatur und Theater an der Universität Tübingen
– im Frühjahr 2006 Max–Kade-Dozentur (writer-in-residence) an der Washington University, St. Louis, USA (Lehrstuhl Prof. Michael Lützeler)
– WS 2011/2012 Lehrauftrag am „Institut für Sprachkunst“ an der Universität für angewandte Künste in Wien

Darüber hinaus Leitung verschiedener Text-Werkstätten, u.a.: Textwerk, Seminar für Romanautoren am Münchner Literaturhaus, Kloster Irsee Kunstsommer, Mentorin im Nordkolleg Rendsburg (Begabtenförderung in Zusammenarbeit mit der Arno-Schmidt-Stiftung).

Seit 1985 freie Schriftstellerin und Übersetzerin (aus dem Italienischen und Englischen), u.a. Pavese, Del Giudice, Kleinzahler.
Zahlreiche publizistische, poetologische und essayistische Veröffentlichungen in Zeitschriften, Zeitungen, Anthologien.

Literarische Veröffentlichungen (ohne Anthologien)

1988 Wie Treibholz Gedichte Pfaffenweiler Presse
1992 Edmond. Geschichte einer Sehnsucht Roman S. Fischer
1994 Die Lust der Frauen auf Seite 13, Gedichte, S. Fischer
1995 Federgewicht Roman S. Fischer
1996 Destillate (Kurzprosa und Lyrik) S. Fischer
1999 Ende der Saison Roman S. Fischer
2001 Byrons Feldbett Gedichte S. Fischer
2002 Eden Plaza, Roman C.H.Beck
2004 Nach den Kriegen Roman eines Lebens C.H.Beck
2005 Alphabet zu Fuss Essays C.H. Beck
2007 Grüner Engel, blaues Land Roman C.H. Beck
2009 Die Helligkeit der Nacht.. Ein Journal Roman C.H. Beck
2013 Unter der Hand Roman Verlag Jung und Jung
2016 Die Witwen. Ein Abenteuerroman Verlag Jung und Jung
2019 LAVINIA Roman Verlag Jung und Jung
2022 Dagegen die Elefanten! Verlag Jung und Jung
2025 Small Talk Gedichte Verlag Jung und Jung
2025 Muttermale Roman Verlag Jung und Jung

Drehbuch
(zusammen mit Fred Breinersdorfer)
nach dem Roman Eden Plaza Verfilmt unter dem Titel „Zwischen heute und morgen“

Auszeichnungen (u.a.)

Aspekte Preis für das beste Prosadebut (Edmond. Geschichte einer Sehnsucht)
Bayerischer Literaturförderpreis
Montblanc Preis für kurze Geschichten
Georg-K.-Glaser-Preis
Tukan-Literaturpreis der Stadt München
Literaturpreis der Stadt München

1999-2001 Mitglied des Kuratoriums des deutschen Literaturfonds e.V.
2013 Kuratorin des forum:autoren im Rahmen des Münchner Literaturfests
2001-2014 Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Mitglied des P.E.N. und des VS