Kostprobe: Burn Baby Burn – Bachmann und die Brandstifter Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25.6.2026 die neue Biografie von Andrea Stoll: „Zwei Menschen sind in mir“ im Piper Verlag

Sie war die wichtigste, die beste, die bedeutendste, die aufsehenerregendste deutschsprachige Lyrikerin der 50er und 60er Jahre. Auch eine der besten Prosaautorinnen dieser Jahrzehnte.

Die sprachbewussteste, skrupulöseste, die radikalste ihrer Zeit. Und ihrer Zeit weit voraus: Die Österreicherin Ingeborg Bachmann. Zu ihrem 100. Geburtstag am 25. Juni 2026, geboren wurde sie 1926 in Klagenfurt, gestorben ist sie 1973 in Rom, hat die Drehbuch- Sachbuch- und Romanautorin Andrea Stoll aus Rüsselsheim eine neue Biografie vorgelegt.

Theo Schneider hat sie gelesen und findet sie gut. Manchmal aber auch nicht. Eine Kostprobe und eine Kritik.

Zwei Menschen sind in mir
Preis 26,00 €
Erscheinungsdatum 30.04.2026
480 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Verlag Piper Verlag
EAN 978-3-492-07275-5

Biografie Andrea Stoll

Die 1960 bei Frankfurt am Main geborene Autorin Dr. phil. Andrea Stoll hat in Wien und Mainz Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert und mit einer Arbeit über Ingeborg Bachmann promoviert. Ihr Werk umfasst zahlreiche Bücher, Essays und Drehbücher. Darüber hinaus war sie von 1992 bis 2007 als Dozentin für Literatur und Drehbuchentwicklung an der Universität Salzburg tätig.

Der von ihr 2008 initiierte und mit herausgegebene Briefwechsel Herzzeit zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan ist ein internationaler Bestseller und liegt in über zehn Sprachen vor. Zum 100 Todestag Ingeborg Bachmanns ist ihre neue Biografie Zwei Menschen sind in mir 2026 im Piper Verlag erschienen.

Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann ist eine österreichische Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. In ihrem Werk beschäftigt sie sich beispielsweise mit der Rolle der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, den Auswirkungen von Krieg und Frieden sowie individuellen menschlichem Leiden.

Ingeborg Bachmann
Foto: Copyright-Renate von Mangoldt

1926
25. Juni: Ingeborg Bachmann wird in Klagenfurt/Österreich als älteste Tochter eines Schuldirektors geboren.

1945-1950
Studium der Philosophie, Psychologie und Germanistik in Innsbruck, Graz und Wien, Promotion zum Dr. phil. mit dem Thema „Die kritische Aufnahme der Existenzialphilosophie Martin Heideggers“.
Während dieser Zeit steht Bachmann in Kontakt zu Paul Celan (1920-1970) und Ilse Aichinger.

1951-1953
Redakteurin und Lektorin am Wiener Sender Rot-Weiß-Rot. Bachmann verfasst ihr erstes Hörspiel „Ein Geschäft mit Träumen“ (1952).

1952
Der literarische Durchbruch gelingt ihr mit ihrer Lyrik bei einer Lesung der „Gruppe 47“ in Niendorf/Ostsee.

1953
Auszeichnung mit dem Literaturpreis der „Gruppe 47“ für ihren Gedichtband „Die gestundete Zeit“.
Im Anschluss lebt Bachmann als freie Schriftstellerin in Italien, wo sie anfangs auch unter dem Pseudonym Ruth Keller als politische Korrespondentin der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ schreibt.

1955
Erstsendung des Hörspiels „Die Zikaden“, mit Musik von Hans Werner Henze (geb. 1926).

1955 und 1960
Textfassungen für Hans Werner Henzes Ballettpantomime „Der Idiot“ (1955) und seine Oper „Der Prinz von Homburg“ (1960).

1956
Veröffentlichung des Gedichtbandes „Anrufung des Großen Bären“.
Ingeborg Bachmanns Lyrik, von der Literaturkritik lange nur nach ästhetischen Maßstäben bewertet, ist für sie Medium der Kritik an den restaurativen Kräften der Nachkriegszeit.

1957
Auszeichnung mit dem Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen.
Bis 1958 Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen in München.
Wahl zum korrespondierenden Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

1958
Beginn ihrer bis 1963 währenden Beziehung mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch mit wechselnden Wohnsitzen in Zürich und Rom.
Erstsendung des Hörspiels „Der gute Gott von Manhattan“, für das Bachmann 1959 mit dem Hörspielpreis für Kriegsblinde ausgezeichnet wird.

1959/60
Gastdozentin für Poetik an der Universität in Frankfurt/Main mit der Vorlesungsreihe „Probleme zeitgenössischer Dichtung“.

1961
Veröffentlichung des teilweise autobiografischen Erzählbandes „Das dreißigste Jahr“.
Auszeichnung mit dem Berliner Kritikerpreis.

1964
Verleihung des „Georg-Büchner-Preises“.

1965
Veröffentlichung des Essays „Die geteilte Stadt“, der Allegorie eines krankhaften Geschichtszustands.

1968
Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises für Literatur.

1971
Veröffentlichung ihres ersten Romans „Malina“, der wie nachfolgende Romane und Erzählungen frauenspezifische Themen behandelt. In diesem Fall beschreibt sie eine Frau, deren Selbstverwirklichung an einem egozentrischen Partner scheitert.

1972
Veröffentlichung des Erzählbandes „Simultan“.
Auszeichnung mit dem „Anton-Wildgans-Preis“.

1973

17. Oktober: Ingeborg Bachmann stirbt in Rom an den Folgen schwerer Brandverletzungen.
Die letzte Erzählung der Schriftstellerin „Gier“ bleibt Fragment.

(iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland; Stand: 22.02.2016; Text: CC BY NC SA 4.0