Kostprobe: „Wohin mit den Augen“ – Das ist der Titel der neuen Gedichte von Joachim Sartorius.

Kostprobe: „Wohin mit den Augen“ – Das ist der Titel der neuen Gedichte von Joachim Sartorius.

Und ein Geschenk , das er uns zu seinem 75. Geburtstag am 19. März 2021 macht. Soeben erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch versammelt der Band Gedichte, deren Schauplätze am Mittelmeer liegen. Sie erinnern  an Mythen und  Geschichten  einer großen Vergangenheit und an kleine Augenblicke der Gegenwart. Und sie enthalten ein ganzes Kapitel hinreißender Liebeserklärungen an seine Katze.

Auch mit unserer Region verbindet Joachim Sartorius eine  poetische Beziehung.  Als gelegentlicher Gast im Künstlerhaus Edenkoben bei den Übersetzerwerkstätten, aber auch mit seinem Beitrag im „Weg der Gedichte“ dort.

Kerstin Bachtler präsentiert für Podcastliteratur.de eine Kostprobe aus dem neuen Gedichtband, mit der auch wir dem Dichter, Übersetzer, Herausgeber, Diplomaten und Festspielintendanten zum 75. Geburtstag gratulieren.

Joachim Sartorius: „Wohin mit den Augen“ Gedichte Verlag Kiepenheuer & Witsch  Köln 2021  Gebunden 80 Seiten  20 Euro

Der Verlag schreibt:
„Für Joachim Sartorius ist der Dichter ein Erinnerer. Seine neuen Gedichte sind Aufstände der Sprache gegen die Vergänglichkeit, ganz gleich, ob sie von griechischen Säulen, der Nymphe Arethusa, Eidechsen, Friseuren oder verschwundenen Milieus handeln. Vor allem ist er ein Augenmensch. »Wohin mit den Augen«: Vieldeutig muss dieser Titel gelesen werden. Als Geblendetsein von großer Sinnlichkeit. Als Scham, etwas sehen zu müssen, dessen Zeugenschaft man kaum übernehmen kann. Als Anspielung darauf, dass einem im Laufe eines langen Lebens eher mehr als weniger Augen wachsen. Sartorius führt uns zu den ihm vertrauten Orten: Tunis, Alexandria, die Levante, das weiße Meer. Im Zentrum der Gedichte steht die sizilianische Stadt Syrakus, selbst Gedächtnisort, selbst eine gleißende Erfindung der Erinnerung. Aufgehellt wird der existenzielle Ernst, der diese mittelmeerischen Meditationen durchzieht, durch ein mehrteiliges Capriccio über die türkische Katze des Dichters, ihre Launen, ihren funkelnden Übermut.“

Joachim Sartorius
Joachim Sartorius © Mathias Bothor / photoselection

Joachim Sartorius, geboren 1946 in Fürth, wuchs in Tunis auf und lebt heute in Berlin und Syrakus. Er ist Lyriker und Übersetzer amerikanischer Dichtung, insbesondere von John Ashbery und Wallace Stevens. Er veröffentlichte Gedichtbände, zahlreiche Bücher, die in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern entstanden, und die Reiseerzählungen »Die Prinzeninseln« (2009), »Mein Zypern« (2013) und »Städte des Ostens« (2015). Sein lyrisches Werk wurde in vierzehn Sprachen übersetzt. Er ist Herausgeber der Werkausgaben von Malcolm Lowry und William Carlos Williams sowie der Anthologien »Atlas der neuen Poesie« (1995), »Minima Poetica« (1999), »Alexandria Fata Morgana« (2001) und »Niemals eine Atempause. Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert« (2014). Er ist Mitglied des PEN und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.