Serie: Kostprobe

Kostprobe: Ein Autor-Ich im Spiegelkabinett. Martin Krumbholz „Alex, Martin und ich“ Roman

Martin Krug hat eine Novelle geschrieben über Caravaggios Gemälde „Die Berufung des heiligen Matthäus“. Er zeigt sie einem jüngeren Freund und bittet ihn, sie zu lektorieren. Der Ich-Erzähler, Martin reist seinem Chef nach Griechenland nach, der auf mysteriöse Weise im Meer verschwindet. Martin verliebt sich in dessen Ehefrau.Soweit noch einfach nachvollziehbar. Doch sein jüngerer Freund…

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Kostprobe: Daniela Dröscher: „Lügen über meine Mutter“. Roman.

Shortlist Deutscher Buchpreis 2022 Die Geschichte einer Kindheit spielt in einem Ort im Hunsrück von 1983 bis 86. Dieser Roman, der offenkundig stark autobiografisch grundiert ist, aber eben auch fiktionalisierte Anteile hat, gehört damit in das (neumodisch formuliert) Spektrum der „Autofiktion“. Unterbrochen wird die Erzählebene der Vergangenheit aus der Perspektive eines 8-10jährigen Mädchens von aktuellen…

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Kostprobe: Gespensterinnen am Donnersberg

Monika Katharina Böss: „Geistergeflüster oder Die Nachtseite des hohen Donnersberges“. Roman Alexandre Dumas widmet ihm nur das erste Kapitel seines Joseph-Balsamo-Romans. Monika Böss gönnt ihm gleich mehr als dreihundert Seiten in ihrem neuen Roman, dem Donnersberg und seinem Geistervolk. Wobei der Titel nicht ganz wörtlich zu nehmen ist: Denn häufig werden die verstorbenen und nun…

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Kostprobe: Ror Wolfs Tagebuch aus dem Nachlass

„Die unterschiedlichen Formen der Phantasie. Tagebuch 1966-1994“ Ror Wolf passt in keine Schublade, noch nicht einmal in eine Schublade, die „Ror Wolf“ heißt. Seine Romane, seine Prosa, seine Gedichte und Radioarbeiten sind experimentierfreudige, aber dennoch (oder deshalb?) gut lesbare und unterhaltsame Texte. Beeinflusst von Surrealismus, Dadaismus, Nouveau roman, absurdem Theater ebenso wie von Kafka oder…

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Kostprobe: Norbert Scheuer „Mutabor“ Roman

Das lateinische „Ich werde mich verändern“ aus Hauffs Märchen vom Kalif Storch ist der Titel des neuen Romans von Norbert Scheuer, der soeben erschienen ist. Und obwohl auf seinem Umschlag ein Storch vor dem Hintergrund der Silhouette von Istanbul durchs Wasser stakst, spielt er, wie alle Romane von Norbert Scheuer, im Eifelstädtchen Kall. Auch das…

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Kostprobe: Michael Buselmeier: „Elisabeth. Ein Abschied“. Tagebuch einer Demenz

Man möchte Eichendorff abwandeln: >In einem Kühlen Grunde /(da wohnen M.B. und seine Frau Karin, im Buch heißt sie Elisabeth, wirklich)/ den sie längst vergessen hat/geht langsam nun zugrunde/was sie und ich geliebet hat>…. Auf knapp 200 Seiten beschreibt Michael Buselmeier das langsame Verschwinden der geistigen (und dann auch körperlichen) Fähigkeiten seiner Frau. Früh, bereits…

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Kostprobe: Auf Galapagos ist viel Geplapper los! Werner Köhler: „Die dritte Quelle“

Der Roman des in Trier geborenen Autors siedelt eine fiktive Story, die um das Jahr 2000 spielt, in der realen Vergangenheit der 1930er Jahre an. Damals lebten, liebten und bekriegten sich drei Gruppen von deutschen Aussteigern auf einer abgelegenen Insel des Galapagos-Archipels.Hauptfigur der Handlung ist der Hamburger Harald Steen, bis zu seiner Frühpensionierung ein braver…

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Kostprobe: Stefan Hornbach: „Den Hund überleben“.

Wenn man mit Mitte Zwanzig Krebs bekommt, stellt sich diese Frage zu Recht. Stefan Hornbach, geboren in Speyer, hat in seinem Buch auch autobiografische Erfahrungen verarbeitet. Der preisgekrönte Roman schildert mit Lakonie und schwarzem Humor die Geschichte eines Erwachsen-Werdens unter dem Vorzeichen der Todesdrohung. Zwischen unglücklicher Liebe und dem Glück von Freundschaften und Familie wird…

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Kostprobe: Das Reich des Todes als Reich der Poesie: Matthew Sweeney: „Der Schatten der Eule“

In seinen letzten Gedichten verwandelt der irische Dichter Matthew Sweeney, der 2018 verstarb, seinen bald bevorstehenden Tod in ein Reich der Poesie und Fantasie. „Er hält sich den Tod vom Leib, indem er ihn bei den Hörnern packt“. Sein Freund, der Dichter und Büchnerpreisträger Jan Wagner, hat auch die Gedichte dieses Bandes, wie schon zuvor…

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Kostprobe: Andreas Moster: „Kleine Paläste“

Die Paläste der Kindheit haben Risse, durch die nun verdrängte Albträume und falsches Leben  in die Gegenwart drängen. Nach 30 Jahren kehrt Hanno zurück in die Kleinstadt, in der er aufgewachsen ist, um seinen Vater zu pflegen. Dabei hilft ihm das Mädchen, das ihn damals aus dem Nachbarhaus beobachtet hat. Bei seinen Streifzügen durch den…

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